Deutschland überholt: Türkei wird zum zweitwichtigsten Handelspartner Griechenlands

Die Türkei hat Deutschland im Bemühen um eine wirtschaftliche Erholung Griechenlands zumindest teilweise überholt: Mit einem Handelsvolumen von 4,1 Milliarden US-Dollar ist die Türkei nun der zweitwichtigste Handelspartner Griechenlands.

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Die Europäische Union kennt das allzu gut: Die enge wirtschaftliche Zusammenarbeit führt zum Frieden. So scheint es nun auch bei den einstigen Rivalen Türkei und Griechenland zu sein, die beinahe in den Jahren zuvor wegen der ein oder anderen Insel in der Agäis einen Krieg vom Zaun gebrochen hätten.

Nun ist jedoch alles anders: Die Türkei hat Deutschland überrundet und  sich nach Italien zum zweitgrößten Handelspartner Griechenlands mit einem Handelsvolumen von 4,1 Milliarden US-Dollar in 2011 entwickelt. Das berichtet der neue Berater des griechischen Wirtschaftsministeriums, Lambis Kounalakis, der türkischen Tageszeitung „Hürriyet“.

Exporte im Wert von 2,5 Milliarden US-Dollar lieferten griechische Firmen vergangenes Jahr in das Nachbarland. Die Türkei hingegen exportierte Waren im Wert von 1,6 Milliarden US-Dollar. Zur Jahrtausendwende lag das Handelsvolumen beider Länder bei 970 Millionen und 2004 bereits bei zwei Milliarden US-Dollar. „In den ersten acht Monaten dieses Jahres war unser Handelsvolumen 2,3 Milliarden US-Dollar und wir werden die Handelszahlen vom vergangenen Jahr übertreffen“, sagte Kounalakis.

Während Griechenland Öl, Plastik, Baumwolle und andere Rohmaterialien in die Türkei exportiert, liefert die Türkei vorwiegend Metalle, Textilien und Nahrungsmittel.

Mit Blick auf die EU bezeichnete Kounalakis Griechenland als den wichtigsten Befürworter der Türkei. Griechenland strebe danach, wirtschaftliche Kooperation mit der türkischen Seite zu verwirklichen, versicherte er.

„Ich versuche ein Zuhause für türkische Geschäftsleute in meinem Büro zu schaffen. Ich versuche alles, was nötig ist, um sie mit der griechischen Seite zusammen zu bringen“, beteuerte Kounalakis.

Griechenland steht seit 2010 unter massivem Druck, seine finanziellen Defizite zu beseitigen. Das Land leidet unter den Sparprogrammen, die durchgeführt werden müssen, um die Wirtschaft wieder zu festigen. Mehrere gewaltsame Ausschreitungen und politische Umwälzungen waren bislang die Folge.

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