Europarat: EU ist vom Zerfall bedroht

Der Friedensnobelpreis für die EU war nicht ganz ohne Hintergedanken. Vielmehr handelte es sich dabei um einen Appell, die EU nicht auseinanderbrechen zu lassen, sagte der Generalsekretär des Europarats. Ihm ist die Auszeichnung auch größtenteils zu verdanken, ist er doch auch Vorsitzender des Nobelkomitees.

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Als vergangene Woche klar wurde, dass ausgerechnet die EU mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wird, war durchaus Verwunderung zu sehen. Damit hätte zunächst keiner gerechnet und wie sich später herausstellen sollte, war die Skepsis darüber nicht unbegründet.

Der Vorsitzende des Nobelpreis-Komitees, Torbjörn Jagland, ist auch Generalsekretär des EU-Parlaments.

Der Vorsitzende des Nobelpreis-Komitees, Torbjörn Jagland, ist auch Generalsekretär des Europarats.

Der Vorsitzende des norwegischen Nobelkomitees, Torbjörn Jagland, ist gleichzeitig auch der Generalsekretär des Europarats (das ganze Komitee – hier). Nach der Bekanntgabe warf ihm der Chef der norwergischen, EU-skeptischen Linkssozialisten, Audun Lysbakken, vor, im Komitee geputscht zu haben. Die eigentlich zur Nobelpreis-Jury gehörende Vertreterin der Linkssozialisten war zum Zeitpunkt der Entscheidung krank und wurde durch den Bischof Gunnar Stålsett ersetzt, der nicht den Linkssozialisten angehört.

Die aktuellen Aussagen Torbjörn Jaglands zeigen nun, dass es ganz bestimmte Gründe gab, die EU zu dieser Zeit der Krise mit dem Nobelpreis auszuzeichnen. „Der Nobelpreis ist ein Appell, Lösungen zu finden und die EU nicht auseinander fallen zu lassen und danach einfach zur nationalen Politik zurückzukehren“, sagte Jagland dem Tagesspiegel am Sonntag. „Das wäre sehr gefährlich für Europa“ (Sarkozy fürchtet sogar das Ausbrechen eines Krieges – hier).

Wenn der „Euro scheitert, könnte auch der gemeinsame Markt auseinander brechen“, gab Jagland zu bedenken. Und keiner wisse, wo das enden würde. Man wolle mit dem Preis daran erinnern, „was auf dem Spiel steht“. Am 10 Dezember soll der Friedensnobelpreis verliehen werden. Die drei EU-Präsidenten Barroso, Schulz und Van Rompuy werden ihn entgegennehmen (hier).

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