Lohndumping: Schweiz wirft Bilfinger Berger aus dem Land

Der deutsche Baukonzern Bilfinger Berger Spezialtiefbau GmbH hat beim Bau des Roche-Turms in Basel Dumpinglöhne an seine Arbeiter bezahlt. Nun darf das Unternehmen in der Schweiz zwei Jahre lang keine Aufträge annehmen. Vorstandschef der deutschen Bilfinger ist der ehemalige Ministerpräsident von Hessen, Roland Koch.

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Die Bilfinger Berger Spezialtiefbau GmbH wurde nun wegen Lohndumpings mit einer zweijährigen Sperre für die gesamte Schweiz bestraft. Im Jahr 2011 war das Tochterunternehmen des zweitgrößten deutschen Baukonzerns Bilfinger beim Bau des Basler Roche-Turms tätig. Dabei zahlte es 15 Mitarbeitern einen zu niedrigen Stundensatz und zu geringe Zuschläge für Samstags- und Nachtarbeit. Bereits Ende August zahlte der Konzern die Löhne nach (rund 74.000 Euro) und entrichtete eine Geldbuße von 31.000 Euro. Besonders pikant: Vorstandsvorsitzender von Bilfinger ist der christlichsoziale ehemalige hessische Ministerpräsident, Roland Koch.

Wegen zu niedriger Löhne auf der Baustelle des Roche-Turms in Basel wurde ein deutsches Bauunternehmen nun mit einer Auftragssperre von 2 Jahren belegt. (Foto: wikimedia/Herzog & de Meuron)

Wegen zu niedriger Löhne auf der Baustelle des Roche-Turms in Basel wurde ein deutsches Bauunternehmen nun mit einer Auftragssperre von 2 Jahren belegt. (Foto: wikimedia/Herzog & de Meuron)

Vor einer Woche zog der Konzern auch seinen Einspruch gegen die drohende Sperre zurück, sagte eine Sprecherin des Amtes für Wirtschaft und Arbeit in Basel auf Nachfrage der Deutschen Wirtschafts Nachrichten. Damit ist die Sperre rechtskräftig. Ein Sprecher von Bilfinger in Mannheim bestätigte gegenüber Reuters die zweijährige Sperre, wollte jedoch keine weiteren Angaben machen.

Die anhaltende Stärke des Franken hat auch den Druck auf die Löhne in der Schweiz erhöht. Kritiker fordern inzwischen eine stärkere Kontrolle der Löhne, die ausländische Unternehmen bei Aufträgen in der Schweiz zahlen, um die Wettbewerbsfähigkeit Schweizer Unternehmen zu erhalten. Für Unternehmen aus der Eurozone würde dies allerdings bedeuten, dass Aufträge in der Schweiz weniger attraktiv sind.

Eine ähnliche negative Entwicklung zeigt sich schon seit geraumer Zeit bei Produkten aus der Schweiz: Der starke Franken macht Importe aus der Schweiz für andere Länder deutlich teurer. Dies bekam die Schweizer Exportwirtschaft bereits stark zu spüren, die Ausfuhren gingen deutlich zurück (mehr hier).

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