Sorge um Fußball-WM: Erneut totaler Stromausfall in Brasilien

Ein Stromausfall verdunkelte den Freitagabend in weiten Teilen Brasiliens für mehr als vier Stunden. Schon am Tag davor kam es zu einem Ausfall der Elektrizität in elf Regionen des Landes. Bei den schlimmsten Stromausfällen in zehn Jahren saßen über 53 Millionen Brasilianer stundenlang im Dunkeln. Nun macht sich die Regierung Sorgen um den planmäßigen Ablauf der Fußball-WM 2014.

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Es handelt sich bereits um den vierten Stromausfall in zwei Monaten. Die brasilianische Infrastruktur wird angesichts der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und den Olympischen Spielen 2016 generalüberholt. Bereits Anfang des Monats musste ein Fußball-Länderspiel zwischen Argentinien und Brasilien abgesagt werden, weil der Strom ausfiel. Offenbar finden sich nicht genügend Investoren für den Ausbau der Stromnetzen. So mussten mehr als 53 Millionen Menschen am Donnerstag und Freitag teilweise ohne Strom aushalten.

Der brasilianische Energieminister Marcio Zimmermann sieht den reibungslosen Ablauf der sportlichen Großereignisse durch diese Ereignisse jedoch nicht gefährdet: „Die Reihenfolge, in der die Ereignisse stattgefunden haben, ist statistisch gesehen unmöglich, aber es ist trotzdem passiert“, sagte er auf einer Pressekonferenz. Der Minister pries die brasilianische Infrastruktur als „eine der besten der Welt“ und es werde ständig in den Ausbau des Stromnetzes investiert.

Nach Informationen von Jose Ragone Filho, dem Leiter des verantwortlichen Energieunternehmens Taesa, führte ein Kurzschluss dazu, dass das Sekundärsystem den Strom in weiten Teilen des Landes abschalten musste. Wie das WSJ berichtet, muss Brasilien bis 2015 noch 4,2 Milliarden Dollar in den Ausbau investieren, um die Auslastung des Stromnetzes ausreichend  zu erhöhen.

Die Regierung ist darum bemüht, den brasilianischen Energiemarkt wettbewerbsfähiger zu machen und hat infolge dessen die Energieunternehmen mit Gesetzesänderungen dazu gezwungen, die Preise drastisch zu senken. Zum Einen wurden die Lizenzerneuerungen an niedrigere Verbraucherpreise geknüpft, zum Anderen wurden die Erträge der Energieunternehmen drastisch beschnitten.

Diese Einschränkungen unterdrücken neue Investitionen durch die Energieunternehmen. „Die Strombelieferungs- und Verteilungspreise fallen, daher gibt es für Unternehmen keine Anreize mehr für Investitionen, die über das Minimum hinausgehen“, sagte ein Analyst de Sao-Paolo Elektrik-Industrie. Die Regierung hat mittlerweile reagiert und erhöhte die Grenze zur Kreditaufnahme für Energieunternehmen in Regionen, die Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft austragen werden.

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