Kartell hat jahrelang Preise für TV-Geräte manipuliert

Die Elektronik-Firmen Philips Electronics, Panasonic Group, LG Electronics, Samsung, Toshiba, Technicolor und Chungwa Picture Tubes haben ein Jahrzehnt lang die Preise für TV-Geräte und Computer untereinander abgesprochen. Die EU straft dies nun ab.

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Europäische Kontrolleure beschreiben das Kartell der Elektroindustrie als eines der am meisten durchorganisierten der Welt. Philips, Panasonic und fünf weitere Elektronikhersteller sollen sich seit dem Jahr 1996 regelmäßig auf den Golfplätzen Europas und Asiens getroffen haben, um die Preise für TV-Geräte und Computer untereinander abzusprechen, wie das WSJ berichtet. Die Preistreiberei endete im Jahr 2006.

Die höchsten Strafen der EU-Kommission gegen Kartelle seit 1969 in Milliarden Euro (Grafik: WSJ)

Die höchsten Strafen der EU-Kommission gegen Kartelle seit 1969 in Milliarden Euro (Grafik: WSJ)

Knapp acht Jahre später reagiert nun die Europäische Kommission und verhängt die höchsten Geldstrafen, die jemals einem Kartell auferlegt wurde. Die Strafen belaufen sich auf insgesamt 1,47 Milliarden Euro.

Panasonic-Chef Frans van Houten nannte die Strafzahlung „unverhältnismäßig und ungerechtfertigt“ und zieht alle Möglichkeiten in Betracht, gerichtlich gegen  die „fehlerhafte“ Entscheidung der Kommission vorzugehen. Diese wiederum entgegnete, es handele sich im Falle von nun bereits veralteten Röhrenbildschirmen um „Kartelle aus dem Textbuch“, die den Wettbewerb auf die schlimmste Art und Weise verhinderten, sagte der Chef der Kartellbekämpfungsbehörde Joaquín Almunia.

Mit dem Vormarsch der LCD-Technologie und der Entwicklung von Flachbildschirmen versuchte das Kartell, den Übergang zu der neuen Bildschirmgeneration zu kontrollieren und zu „künstlich zu verlangsamen“, sagte Almunia. Die Strafen seien im Hinblick auf die Verkaufszahlen, die geografische Reichweite, auf die Zeitspanne und die Intensität der Kartelltätigkeit kalkuliert worden.

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