In Ägypten eskaliert der Bürgerkrieg

Präsident Mohamed Mursi will nun auch ägyptische Streitkräfte gegen die Demonstranten zum Einsatz bringen. Das Militär soll zudem größere Machtbefugnisse erhalten. Die Opposition fürchtet, Mursi will mit allen Mitteln seine Macht sichern.

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Ägyptens Präsident Mursi hat die Armee gegen die Demonstranten zu Hilfe gerufen. Noch sprechen die Soldaten mit den Bürgern. (Foto: Al Arabyia)

Ägyptens Präsident Mursi hat die Armee gegen die Demonstranten zu Hilfe gerufen. Noch sprechen die Soldaten mit den Bürgern. (Foto: Al Arabyia)

In den verganenen Tagen hat sich die Situation in Ägypten dramatisch verschlechtert. Sechs Menschen starben und hunderte wurden verletzt. Seit Ende November gehen zehntausende Äypter auf die Straße, um sich gegen den Machtzuwachs Mursis zu wehren (mehr hier). Nun greift der ägyptische Präsident Mursi jedoch zu härteren Maßnahmen. Wie die staatliche, ägyptische Zeitung al-Ahram berichtet, will Mursi den Einsatz des Militärs genehmigen, um die Proteste zu beenden. Das Militär soll sogar die Befugnis erhalten, Menschen festzunehmen. Das darf normaler Weise nur die Polizei.

Die Armee werde nicht zulassen, dass sich die Gewalt fortsetzt, und man werde der „nationalen Verantwortung zum Schutz der höheren Interessen der Nation“ und staatlichen Institutionen dienen, sagte ein Sprecher des ägyptischen Militärs im staatlichen Fernsehen. Eine Fortsetzung der aktuellen Situation wäre „katastrophal“. Die Opposition geht jedoch davon aus, dass der Einsatz des Militärs vor allem dazu diene, den Weg in Richtung totalitäre Herrschaft weiter zu ebnen.

Kommentare

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    • Zeitzeuge sagt:

      Wird hier ein zweites “Syrien” inszeniert?

    • Fokko sagt:

      Nun, offensichtlich ist das Regime, welches der “Ägyptische Frühling” an die Macht gespült hat, nicht nach der Nase gewisser Leute. Deswegen muss dort jetzt nochmal gefrühlingt werden….

      @Dagmar: Das ist wohl nicht nur in Brüssel so. Ganz allgemein maßen sich so genannte gewählte Politiker an, mit Hinweis auf deren angebliche Notwendigkeit bzw. “Alternativlosigkeit” Dinge durchzusetzen, die ganz offensichtlich nicht im Sinne ihrer Wähler sind bzw. bei einem Volksentscheid nicht mehrheitsfähig wären (das ist ja auch ein beliebtes Argument gegen Plebiszite).

      Bei genauem Hinsehen sagen Politiker mit einer solchen Haltung: “Wir wissen es besser als das dumme Volk.” Und das ist nichts anderes als eine zwar erst auf den zweiten Blick erkennbar, aber dennoch deutliche Absage an die Demokratie.

      Fokko vom Selbstversorger-Blog
      http://selbstversorger-blog.over-blog.de/

    • Achmed der Jüngere sagt:

      Nach Mubarak vom Regen in die Traufe. Viele Aegyper werden sich noch nach den Zeiten Mubaraks zurücksehnen. Der war auch nicht alles, aber immerhin nicht die Hölle.

    • argus germanicus sagt:

      Die “westliche Wertegemeinschaft” war mit Mubarak um Welten besser bedient, und spätestens wenn die Islamisten anfangen werden / sollten, die Scharia einzuführen, die altägyptischen Geschichts- und Kulturzeugnisse zu zerstören und Zoff mit Israel anzuzetteln, wird das wohl auch der letzte “Weltverbesserer” kapieren müssen…

      Jedenfalls werde ich den Verdacht nicht los, dass hier mittelfristig die Fronten für einen dritten WK aufgebaut werden, den das US-Imperium endsiegmäßig für sich zu entscheiden gedenkt … und Vasall Deutschland darf dabei natürlich gerne tatkräftig mithelfen und bekommt hernach zum Dank dafür einen Platz im Hundezwinger zugewiesen…

      • nicht von Bedeutung sagt:

        Das ist seit den Veröffentlichungen vom PNAC (z.B. “rebuilding American defenses”) oder “the great chessboard” von Brzezinski bekannt…

    • Dagmar sagt:

      “Die Armee werde nicht zulassen, dass sich die Gewalt fortsetzt, und man werde der „nationalen Verantwortung zum Schutz der höheren Interessen der Nation“ und staatlichen Institutionen dienen, sagte ein Sprecher des ägyptischen Militärs im staatlichen Fernsehen. ”

      Der Spruch könnte auch aus Brüssel stammen.