Genau gelesen: Was der Maya Kalender wirklich sagt

Während sich weltweit Menschen auf den Weltuntergang am 21.12.2012 einstellen, bemühen sich Forscher, mehr über die Maya zu erfahren. Ihre Ergebnisse offenbaren, dass die Maya eine ganz andere Weltsicht hatten als wir.

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Aus diesem an die Wand gemalten Maya-Kalender geht hervor, dass die Maya nicht an ein Ende der Welt glaubten, sagt der Archäologe William Saturno. (Foto: Screenshot 15.12.2012)

Aus diesem an die Wand gemalten Maya-Kalender geht hervor, dass die Maya nicht an ein Ende der Welt glaubten, sagt der Archäologe William Saturno. (Foto: Screenshot 15.12.2012)

Überall auf der Welt bereiten sich Menschen auf das Ende der Welt, das angeblich durch den Jahrtausende alten Maya-Kalender angekündigt wird. Sie suchen Zufluchtsorte und horten Lebensmittel und andere überlebenswichtige Dinge. Daraufhin hat bereits vor einigen Wochen die NASA versichert, dass die Welt am 21.12.2012 nicht untergehen wird (mehr hier). Auch Regierungen rund um die Welt sahen sich durch die Hysterie in der Bevölkerung veranlasst, den Weltuntergang zu bestreiten (zum Beispiel in Russland nach einer Panik in einem Frauengefängnis – hier).

Die Maya waren hervorragende Mathematiker und Astronomen und konnten bemerkenswerte Vorhersagen über die Bewegung der Himmelskörper machen. „Es gibt nur ein Monument der Maya, das das 2012er Datum enthält“, zitiert National Geographic (NG) den Maya-Forscher Ricardo Agurcia. Am 21.12.2012 endet ein sogenannter „langer Zyklus“ in der komplexen Zeitrechnung der Maya. Und wer für dieses Datum einen Weltuntergang vorhersage, der ignoriere, dass den Maya zufolge ein neuer langer Zyklus beginne, wenn der alte lange Zyklus ende. „Es geht um Wiedergeburt, nicht um Tod“, ergänzt Agurcia.

Der Archeologe William Saturno entdeckte kürzlich dieses ehemalige Mayahaus, in dem er aufschlussreiche Wandmalereien fand. (Foto: Screenshot 15.12.2012)

Der Archeologe William Saturno entdeckte kürzlich dieses ehemalige Mayahaus, in dem er aufschlussreiche Wandmalereien fand. (Foto: Screenshot 15.12.2012)

In Wahrheit waren die Maya überzeugt, dass die Welt mit Sicherheit nicht enden werde. Der Archäologe William Saturno entdeckte dieses Jahr eine Reihe von Rechnungen, die an die Innenwände eines versteckten Mayahauses gemalt waren, berichtet NG. Diese Rechnungen enthielten auch Daten, die weit in der Zukunft liegen. „Wir suchen immer nach dem Ende. Die Maya suchten nach einer Garantie dafür, dass sich nichts verändern werde. Es ist eine ganz andere Geisteshaltung“, erklärt Saturno.

Die Maya hatten verschiedene Kalender, von denen allerdings nur die sogenannte „Lange Zählung“ geeignet war, historische und astronomische Ereignisse aufzuzeichnen. Die anderen Kalender, die sie für rituelle oder auch ganz praktische Zwecke nutzten, wiederholten sich nach spätestens einem Jahr. Für die „Lange Zählung“ verwendeten die Maya ein Zahlensystem mit zwanzig Ziffern. Zwanzig Tage (K’in) sind ein Uinal, 18 Uinal sind ein Tun, 20 Tun sind ein K’atun, 20 K’atun sind ein Baktun. Ein Baktun macht also 20 mal 18 mal 20 mal 20 gleich 144.000 Tage (etwa 394 Jahre).

Der Kalender der Maya läuft ab, doch ihre Pyramide in Chichén Itzá steht weiter. (Foto: Wikipedia/Att309)

Der Kalender der Maya läuft ab, doch ihre Pyramide in Chichén Itzá steht weiter. (Foto: Wikipedia/Att309)

Die Zahl 13 hat bei den Maya eine besondere religiöse Bedeutung. Deshalb beginnt nach 13 Baktun die „Lange Zählung“ wieder von vorn, also nach 1.872.000 Tagen (etwa 5.125 Jahre). Diese 1,872 Millionen Tage werden nun am 21.12.2012 ablaufen, denn der Maya-Kalender begann nach der heute üblichen Kalenderrechnung am 11. August 3114 vor Christus. Am 21.12.2012 schreiben die Maya das Datum 13.0.0.0.0, und die Zählung ihres Kalenders beginnt einfach von vorn: ein neuer „langer Zyklus“.

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