UBS-Kundin versteckt 43 Millionen Dollar auf Schweizer Bankkonten

Nach der Weitergabe von Bankdaten Schweizer Bankkunden sollen Steuerflüchtige sich freiwillig bei den Behörden bekennen. Eine US-Amerikanerin verschwieg Schweizer Bankkonten und muss nun eine Millionenstrafe zahlen.

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Eine ehemalige Kundin der Schweizer Großbank UBS wurde vor einem US-Gericht für schuldig befunden, Schweizer Bankkonten vor der US-Finanzbehörde IRS verschwiegen und somit Steuern unterschlagen zu haben. Insgesamt handelt es sich um einen unversteuerten Betrag in Höhe von rund 43 Millionen Dollar.

Die 79-Jährige Estelle Curran gestand in zwei Fällen falsche Steuerunterlagen eingereicht zu haben. Dabei ging es um Einnahmen aus den Jahren 2001 bis 2007, die absichtlich nicht erklärt worden seien, heißt es einem Bericht von Bloomberg zufolge. Die Gefängnisstrafe für so ein Steuervergehen beträgt bis zu 37 Monate Gefängnis.

Nachdem sich die Schweizer Großbank UBS im Frühjahr 2009 dem Vorwurf der Erleichterung von Steuerflucht ausgesetzt sah, zahlte sie ihrerseits eine Strafe in Höhe von 780 Millionen Dollar, um einer weiteren Strafverfolgung zu entgehen. Infolge dieses Umstands wurde das Schweizer Bankgeheimnis aufgehoben und die Bankdaten von mehr als 4.500 ausländischen Bankkunden wurden an die US-Behörden übermittelt.

Curran sei geständig und es gebe „viele mildernde Umstände“, betont ihr Verteidiger Nathan Hochmann. So hat Curran bereits der Zahlung einer Strafe in Höhe von 21,7 Millionen Dollar zugestimmt. Außerdem konnte Curran nicht an dem von der US-Regierung angebotenen Amnestie-Programm zur Selbstanzeige Steuerflüchtiger teilnehmen, welches ihr dabei geholfen hätte, einer Strafe zu entgehen.

Die Angeklagte erbte das Bankkonto ihres verstorbenen Ehemannes, „der die Familienfinanzen bis zu seinem Tod komplett kontrollierte“, so der Anwalt. Seine Frau „hatte überhaupt keinen finanziellen Hintergrund“, beteuert Hochmann. „Bis ihr Mann verstarb hatte sie keine Ahnung davon, wie viel Geld bei den Konten der UBS angelegt war.“

Sie versuchte vergeblich, ihr Vermögen bei den Behörden anzumelden. Eine Teilnahme an dem Programm zur Strafbefreiung wurde unterwandert, da die IRS die Bankdaten von der Angeklagten bereits vor der Eröffnung des Programms erhalten und bereits Ermittlungen eingeleitet hatte.

Curran erbte zusätzlich noch ein Bankkonto eines Unternehmens in Panama. Der Gesamtbetrag dieses Unternehmens wurde 2008 auf ein Konto in Liechtenstein überwiesen. Sie gestand desweiteren, ihrem Finanzberater die Konten im Ausland verschwiegen zu haben. Ihre gesamte Steuerschuld beläuft sich Schätzungen zufolge noch auf 667.716 Dollar zuzüglich Strafen und Zinsen, urteilte das Gericht.

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