Mali-Intervention provoziert Terror-Anschläge in Europa

Europäische Politiker versichern, der EU-Einsatz in Mali verteidige die Sicherheit in Europa. Doch tatsächlich wird er das Risiko erhöhen, dass Terroristen in Europa Anschläge ausführen, um sich zu rächen.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
Der EU-Anti-Terrorismus-Koordinator Gilles de Kerchove räumt ein, dass der EU-Einsatz in Mali die Sicherheit in Europa gefährdet. Es drohen Rache-Anschläge. (Foto: Consilium)

Der EU-Anti-Terrorismus-Koordinator Gilles de Kerchove räumt ein, dass der EU-Einsatz in Mali die Sicherheit in Europa gefährdet. Es drohen Rache-Anschläge. (Foto: Consilium)

Der EU-Einsatz in Mali wird das Risiko von Vergeltungs-Anschlägen erhöhen, zitiert EU Observer Gilles de Kerchove, den EU-Koordinator gegen Terrorismus. Zwar sei Frankreich führend in dem Prozess, doch werde es bald auch Truppen aus anderen Ländern vor Ort geben. Daher könne es auch „anderswo Vergeltung“ geben, so Kerchove. Diese Warnung widerspricht offenkundig dem Anspruch europäischer Politiker, der Afrika-Krieg schaffe Sicherheit für Europa.

EU-Länder werden im Februar 500 Soldaten nach Mali entsenden. Geführt werden die Truppen durch den französischen General François Lecointre, berichtet EU Observer. Lecointre ist diese Woche bereits in die malische Hauptstadt Bamako geflogen, um den Einsatz vorzubereiten.

Terrorismus-Koordinator Kerchove untersucht die möglichen Folgen für Mali und die Nachbarländer Niger, Mauretanien und Senegal. Die Terroristen hätten mehrere Millionen Euro aus Lösegeldern von Geiselnahmen, ihre Waffen hätten sie aus Libyen. Sie wollten in Westafrika ein Islamisches Kalifat errichten, so Kerchove.

Auch die innere Sicherheit der EU sei gefährdet. „Ich schließe nicht aus, dass zukünftig [Terroristen] ein Ziel in Europa finden, wo es zu Vergeltung kommen kann“, sagte Kerchove. Zwar hätten Terroristen in der EU bisher keine Angriffe „wie am 9. November“ durchgeführt. Doch der Mali-Konflikt könne sie nun zu derartigen Aktionen „inspirieren“, so Kerchove.

Zudem seien einige Bewohner der EU bereits nach Mali gegangen, um dort an der Seite der Terroristen zu kämpfen. Sie werden zukünftig eine Gefahr darstellen, wenn sie nämlich nach Europa zurückkehren, warnte Kerchove.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung! Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick