Österreich: Börsenaufsicht plant radikale Regulierung für Banker-Boni

Die Finanzmarktaufsicht (FMA) will Bonuszahlungen an Spekulanten ab einem Betrag von 30.000 Euro strenger regulieren. Das Geld soll erst nach fünf Jahren vollständig ausbezahlt werden. Angesichts der internationalen Geschäfte ist das ein frommer Wunsch - und wohl kaum durchsetzbar.

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Der Regulierungs-Aktionismus sorgt für viele nette Ideen bei den Regulatoren. Österreich will die neuen Richtlinien der EU auf dem heimischen Finanzmarkt besonders energisch umsetzen. Der Chef der Finanzmarktaufsicht, Helmut Ettl, will die Auszahlung der Bonuszahlungen aus Finanzgeschäften teilweise zurückhalten, sobald sie einen Wert von 30.000 Euro oder ein Viertel des festen Jahresgehaltes überschreiten.

Helmut Ettl, Chef der Finanzmarktaufsicht, will die Manager-Boni stärker kontrollieren. (Foto:OENB)

Helmut Ettl, Chef der Finanzmarktaufsicht, will die Manager-Boni stärker kontrollieren. (Foto:OENB)

Bei den Bonuszahlungen handelt es sich einem Bericht von Bloomberg zufolge vor allem um hohe Erträge aus Spekulationsgeschäften. Erst nach einem Zeitraum von fünf Jahren, sollen die Boni in kleinen Teilbeträgen sukzessive ausbezahlt werden. Eine vollständige Auszahlung erfolgt frühestens zum Ende dieser Laufzeit.

Außerdem sollen lediglich 60 Prozent der Bonuszahlungen direkt vergeben werden dürfen. Boni ab einem Betrag von 150.000 Euro oder 100 Prozent des festen Jahresgehaltes dürfen lediglich zu 40 Prozent ausbezahlt werden. Auf den Rest müssen die Banker vorerst warten.

Die neue Regelung geht sogar so weit, den Managern die Boni vollständig zu streichen, wenn die Bank Verluste macht. Die Bonus-Regulierung kommt zum ersten Mal für Finanzgeschäfte aus dem Jahr 2012 zur Anwendung.

Ob das Konzept der FMA erfolgreich umgesetzt werden kann, muss sich jedoch noch herausstellen. Wie die Auszahlung der Boni kontrolliert werden soll, ist unklar. Eine universelle Kontrolle aller österreichischen Finanzgeschäfte, die Bonuszahlungen nach sich ziehen, würde einen hohen bürokratischen Aufwand mit sich bringen.

Nicht nur das Volumen der Finanzgeschäfte stellt dabei eine Herausforderung dar, sondern auch die geografische Zuordnung solcher Abwicklungen: Die internationalen Verflechtungen des Kapitals sind schwer zu durchschauen und entziehen sich meist der staatlichen Kontrolle.

Einer Studie der FMA zufolge erhalten etwa 14 Prozent der österreichischen Investment-Banker Bonuszahlungen von mehr als einer Million Euro. Die Studie untersuchte 26 Kreditinstitute mit 2.282 Mitarbeitern. Insgesamt haben die Banken in Österreich im Jahr 2011 etwa 590 Millionen Euro ausbezahlt. Dieser Betrag ist im Vergleich zur Deutschen Bank verschwindend gering: Eigenen Angaben zufolge hat das größte deutsche Kreditinstitut im gleichen Zeitraum 3,6 Milliarden Euro an Boni ausbezahlt.

 

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