Spitzel-Skandal in Spanien: Sozialisten setzten Detektive auf andere Parteien an

In der spanischen Parteienlandschaft wurde ein Spitzel-Netzwerk aufgedeckt: In mindestens 500 Fällen gibt es Spuren, Berichte und geheime Aufnahmen von Gesprächen, die in den Parteizentralen der konservativen Volkspartei (PPC) und der sozialdemokratischen PSOE aufgezeichnet wurden.

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Wie die spanische Zeitung La Vanguardia berichtet, wurden über einen längeren Zeitraum hinweg nicht nur Parteifunktionäre, sondern auch Unternehmer und Prominente abgehört. Eine Detektei mit dem Namen Methode 3, die für die Bespitzelung angeheuert wurde, erhielt in 500 Fällen Geld für die Anfertigungen von Berichten, die nun an die Öffentlichkeit gelangten. Angeblich handele es sich um verschiedene Auftraggeber, die größtenteils noch anonym sind.

Eine Sonderkommission der Polizei wurde zusammengestellt, die den Anschuldigungen nachgehen soll. Ein erster Name ist auch bereits gefallen: Ein Mitglied der sozialistischen Partei Kataloniens (PSC), José Zaragosa, wird in Verbindung mit einem Abhörskandal aus dem Jahr 2010 gebracht. Schon damals soll die Detektei Methode 3 von Zaragosa beauftragt worden sein, um ein Gespräch aufzuzeichnen. Bislang handelt es sich jedoch um Vermutungen. Allerdings wurde seitens der konservativen Volkspartei Kataloniens (PPC) Anzeige erstattet. Zaragosa bestreitet die Vorwürfe.

Nach dem Finanzskandal um Regierungs-Chef Mariano Rajoy ist der Abhörskandal der zweite Vorfall, der das Parteiensystem in Spanien erschüttert. Rajoy steht unter dem Verdacht, jahrelang Geld aus schwarzen Kassen angenommen zu haben (mehr hier).

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