Österreich: Trübe Aussichten für Gewerbe und Handwerk

Die mittelständischen Unternehmen in Österreich spüren die Euro-Krise stärker als die Großindustrie. Die starke Polarisierung von starken und schwachen Unternehmen in Österreich verhindert eine schnelle wirtschaftliche Erholung.

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Anteil der Einzelhandelsgeschäfte nach nomineller Umsatzentwicklung 2012. (Grafik: KMU Forschung Austria)

Anteil der Einzelhandelsgeschäfte nach nomineller Umsatzentwicklung 2012. (Grafik: KMU Forschung Austria)

Das nominelle Wachstum im Einzelhandel betrug 1,1 Prozent im vergangenen Jahr. Real ist das Handelsvolumen jedoch um einen Prozentpunkt gesunken, berichtete das österreichische Forschungsinstitut für kleine und mittlere Unternehmen (KMU Forschung Austria). Der Rückgang der Umsätze ist vor allem durch den Preisanstieg zu verstehen. Die Inflationsquote lag jedoch unter dem Durchschnitt von 2,4 Prozent (2,1%). Der absolute Umsatz des Einzelhandels in Österreich betrug 52,8 Milliarden Euro.

Ungelöst ist die starke Polarisierung zwischen den verschiedenen Unternehmen: Ein Viertel der Unternehmen mit einem Wachstum von zehn Prozent stehen einem anderen Viertel mit einem Rückgang der Geschäftstätigkeit von  zehn Prozent gegenüber (siehe Grafik 1). Daher sind die Gesamtgewinne (46%) etwa genauso hoch wie die Verluste (45%). Vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen leiden zuerst unter der schwachen Nachfrage.

Die Wirtschaft ist im vergangenen Quartal sogar leicht geschrumpft. Das hat Auswirkungen auf das Kaufverhalten der Österreicher: Die Erfolgsbranchen sind der Schuh-Einzelhandel, Drogerien und Parfümerien, der Handel mit Sportwaren und mit Elektronikartikeln. Die Preise von Elektronikartikeln sind am stärksten gesunken und wurden auch am stärksten nachgefragt. Das größte Umsatzminus erzielten die Bereiche des Papier- und Bucheinzelhandels sowie der Handel mit Spielwaren. Das Weihnachtsgeschäft lag etwa drei Prozent unter dem Niveau vom Vorjahr.

Die Umsätze von Gewerbe und Handwerk entwickelten sich in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahrs positiv, jedoch etwas schlechter als im Jahr 2011 (-0,6%). Das Gewerbe und Handwerk hat sich damit schlechter entwickelt als andere Sektoren der österreichischen Wirtschaft.

Erwartungen der Unternehmen, Anteil der Betriebe mit positiven abzüglich negativen Erwartungen in Prozent. (Grafik: KMU Forschung Austria)

Erwartungen der Unternehmen, Anteil der Betriebe mit positiven abzüglich negativen Erwartungen in Prozent. (Grafik: KMU Forschung Austria)

Im vierten Quartal brachen die Umsätze dann trotz des Weihnachtsgeschäftes ein. In den investitionsgüternahen Branchen ist der durchschnittliche Auftragsbestand im Vergleich zum vierten Quartal des Vorjahres leicht gesunken (0,5%). Im konsumnahen Bereich verzeichneten zwanzig Prozent der Unternehmen Umsatzrückgänge, 14 Prozent konnten Gewinne einfahren, bei 66 Prozent gab es keine Veränderungen. Für das erste Quartal 2013 werden keine Veränderungen Umsätze erwartet. Insgesamt überwiegen die pessimistischen Einschätzungen (Grafik 2).

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