Wikileaks: Bradley Manning gesteht, um der Todesstrafe zu entkommen

Wegen Unterstützung des Feindes droht dem Soldaten Manning die Todesstrafe. Um sein Leben zu retten, gestand Manning. Zudem bekannte er sich in einigen Anklagepunkten schuldig.

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Der US-Soldat Bradley Manning, der tausende Seiten geheimer Dokumente an die Enthüllungsplattform Wikileaks übermittelt hat, bekannte sich am Donnerstag in zehn minder schweren Anklagepunkten schuldig. Zudem gestand er seine Tat. So versucht er, der Todesstrafe zu entkommen. Erwartet wird nun eine lebenslange Haftstrafe.

Manning droht die Todesstrafe, denn ihm wird vorgeworfen, durch die Weitergabe der Geheimdokumente den Feind unterstützt zu haben, berichtet der Guardian. Der Feind wird in der Anklage nicht namentlich genannt, doch es könnte Wikileaks selbst gemeint sein. Die frühere US-Verteidigungsministerin Hillary Clinton hatte der Enthüllungsplattform einen „Angriff auf Amerika“ vorgeworfen.

Zwar hatte die US-Regierung im vergangenen Jahr angekündigt, auf die Todesstrafe verzichten zu wollen, berichtet The World. Doch auf derartige Versprechungen wollte sich Manning nicht verlassen. Manning gestand daher erstmals detailliert, wie er 2010 die geheimen Dokumente an Wikileaks weitergab. Wikileaks nennt er eine „Anti-Vertuschungs-Organisation“, zitiert ihn die Washington Post.

Manning gestand, die geheimen Daten am 8. Januar 2010 auf einer CD gespeichert zu haben. Diese habe er in seine Unterkunft geschmuggelt und dort mit seinem privaten Computer auf eine Speicherkarte kopiert. Später auf Heimaturlaub habe er zunächst versucht, die Washington Post und die New York Times zu erreichen. Doch weil er dort nicht auf Interesse gestoßen sei, habe er sich an Wikileaks gewandt.

Bei der Weitergabe von Daten an Wikileaks, habe er das Material gründlich ausgesucht, sagte Manning. Nach der Übergabe habe er sich erleichtert gefühlt, denn sie ihm ein „reines Gewissen“ verschafft. Seit Mai 2010 befindet er sich für seine Tat in Einzelhaft.

Trotz seines Geständnisses verteidigte Manning seine Tat leidenschaftlich. Er habe eine Debatte darüber anstoßen wollen, dass sein Land besessen davon sei, Menschen zu töten und gefangen zu nehmen. „Ich dachte, wenn die Öffentlichkeit, vor allem in Amerika, Zugang zu den Informationen hätte, dann könnte dies eine nationale Debatte über die Rolle des Militärs und unsere Außenpolitik im allgemeinen auslösen“, sagte Manning im Gerichtssaal.

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