Wulff-Deal: Ende des Verfahrens gegen Geldzahlung

Für eine Zahlung in Höhe von 50.000 Euro ist die Staatsanwaltschaft Hannover bereit, das Korruptions-Verfahren gegen den ehemaligen Bundespräsidenten Wulff und den Filmproduzenten Groenewold einzustellen.

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Die Staatsanwaltschaft Hannover hat dem ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff und dem Filmproduzenten David Groenewold einen Deal angeboten: Das Verfahren wird eingestellt, wenn die beiden im Gegenzug zusammen 50.000 Euro zahlen. Dies will der Spiegel aus Justizkreisen erfahren haben.

Bis Anfang April müssen sich die Beschuldigten entscheiden, ob sie diesen Deal annehmen. Dann blieben sie zwar juristisch gesehen straffrei, könnten jedoch auch nicht freigesprochen werden. Die Ermittlungen dauern bereits über ein Jahr. Zahlreiche Verdachtsmomente konnten ausgeräumt, und lediglich Wulffs Reise zum Oktoberfest im Jahr 2008 könnte strafrechtlich relevant sein. Damals hatte Groenewold einen Teil von Wulffs Reisekosten in Höhe von 800 Euro übernommen. Wulff bestreitet die Vorwürfe.

Aufgrund immer neuer Korruptionsvorwürfe trat Wulff am 17. Februar 2012 als Bundespräsident zurück. Anfang dieses Jahres trennten sich Christian und Bettina Wulff.

Wulff hätte mit dem von der Staatsanwaltschaft vorgeschlagenen Deal zwar keinen Freispruch erreicht. Wohl aber wäre damit die größte Medien-Jagd auf das kleinste Delikt seit langem für Wulff glimpflich zu Ende. Vor allem die Bild-Zeitung hatte Wulff ins Visier genommen, um nach dem Verlust ihres Favoriten, Baron von und zu Guttenberg, endlich wieder einmal ein publizistisches „Weidmanns Heil!“ vermelden zu können (mehr bei DMN – hier).

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