Banken warnen Anleger vor Investments in Europa

In Mitteilungen warnen die internationalen Banken ihre Kunden: Zwischen den Zeilen fordern die Banken die institutionellen Investoren auf, ihre Investments ins Europa zu überprüfen. Dies könnte der Beginn einer flächendeckenden Kapitalflucht aus dem Euro sein.

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Die Ausage von Eruo-Gruppenchf Jereon Dijsselbloem, die Zwangsenteignung bei Banken gehöre von nun an zur EU-Rettungspolitik, ist bei den internationalen Banken mit Interesse zur Kenntnis genommen worden. Das Dementi seiner eigenen Aussage  (hier) wird dagegen als politische Rücksichtnahme interpretiert.

Die Banken setzen ohnehin mehr auf Fakten: Das bemerkenswerteste Faktum der vergangenen Tage war die Sperrung der Banken in Zypern und der damit verbundene Haircut für die Inhaber von Bank-Konten.

Für die großen Investoren stellt sich nun die Frage: Ist Europa ein sicherer Ort, um Vermögen anzulegen?

Die meisten Banken argumentieren noch sehr zurückhaltend. Sie wollen Panik bei den institutionellen Investoren verhindern.

Aber zwischen den Zeilen wird bei den meisten Mitteilungen der Banken an ihre Klienten klar: Das Risiko, in Europa Geld anzulegen, ist seit einer Woche erheblich gestiegen.

Zwangabgabe kann Investoren treffen

Also werden der Fall Zypern und Dijsselbloems Aussage ernst genommen.

Jim Reid von der Deutschen Bank macht in einer Mitteilung an die Investoren noch einmal deutlich, dass die Aussagen der Eurogruppen-Chefs zeigen, dass „nichts ausgeschlossen werde, wenn es um zukünftige“ Probleme in der EU gehe. „Kapitalanleger und Gläubiger können auch zu der Einsicht gelangen, dass es eine zunehmende Widersprüchlichkeit hinsichtlich zukünftiger Rettungen gibt“, so Reid.

Barclays betont, dass die Äußerungen Dijsselbloems eine „klare fehlerhafte Ausrichtung in den Ansichten der EU-Regierungen widerspiegelt“. In seiner Notiz, die zerohedge zitiert, weist Barclays seine Kunden zudem darauf hin, dass man auch mit Blick auf den ESM noch einige Unsicherheiten nicht ausgeräumt habe. Man könne gespannt sein, was einen beim EU-Gipfel im Juni hinsichtlich der direkten Rekapitalisierung der Banken erwarte. „Das Bailout für Zypern zeigt die immer deutlich werdenden Änderungen in der EU, um die Kapitalanleger und Kontoinhaber, aber nicht die Steuerzahler“ mit den Kosten einer Rettung zu belasten, kommentiert Hans Redeker von Morgan Stanley die Entwicklungen der vergangenen Tage. „Kapitalanleger, die kürzlich an die peripheren Märkte zurückgekehrt sind, können von den Änderungen abgeschreckt werden“, so Redeker weiter.

„In Zukunft werden die Steuerzahler nicht die einzige anzuzapfende Quelle sein, um Verluste von Banken zu absorbieren“, warnt auch die Rabobank ihre Kunden. „In Euro gezeichnete Anleihen sind verletzlich und bergen weitere Abwärtsrisiken für den Euro“, ist in einer Nachricht an die Kunden der Citigroup zu lesen.

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