18,5 Millionen: Steuerzahler muss dem DFB Fußball-Museum schenken

Wenn heute Abend Borussia Dortmund in der Champions League gewinnt, wird es von dem Sieg historische Bilder geben. Sie werden künftig in einem eigenen Fußball-Museum aufbewahrt, welches die Steuerzahler von NRW dem gemeinnützigen Deutschen Fußball Verband e.V (DFB) schenken muss. Der stolze Preis: 18,5 Millionen Euro.

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Träume will die der DFB in Dortmund verwirklichen. Bezahlen muss der Steuerzahler in dem ohnehin schon bankrotten Bundesland NRW. (Foto: Screenshot Werbevideo Youtube)

Träume will die der DFB in Dortmund verwirklichen. Bezahlen muss der Steuerzahler in dem ohnehin schon bankrotten Bundesland NRW. (Foto: Screenshot Werbevideo Youtube)

Der Größenwahn im deutschen Fußball kennt keine Grenzen. Den Kickern aus aller Herren Länder wird über die GEZ-Gebühren von den deutschen Steuerzahlern ein angenehmer Lebensstil beschert (hier). Die meisten Vereine sind überschuldet. Doch damit die Spiele weitergehen, bedienen sich Vereine und der DFB schamlos an den Steuergeldern.

Ein besonders krasses Beispiel findet sich in Dortmund, wo die dortige Borussia sich brüstet, bald ausgeglichen zu wirtschaften.
Kein Wunder: Viele Kosten, die zum Kult-Objekt Fußball gehören, werden einfach der öffentlichen Hand aufgehalst. Im hoch verschuldeten Bundesland der SPD-Starpolitikerin Hannelore Kraft möchte man eigentlich glauben, dass jeder Cent für Schulen, Kitas oder Krankenhäuser verwendet wird.

Das ist ein Irrtum.

Mitten in der Dortmunder Innenstadt entsteht derzeit ein Fußballmuseum – unter kräftiger Beteiligung von Stadt und Land. Hauptsächlich sollen in dem Prestigebau fußballhistorische Ereignisse aus längst vergangenen Tagen thematisiert werden. Der DFB hofft auf 250.000 Besucher pro Jahr. Das DFB Fußball-Museum will die Geschichte des deutschen Fußballs inszenieren, wie es der Propaganda-Film (siehe Video am Ende des Artikels) der Agentur Triad ankündigt: Die Besucher werden durch irgendwelche virtuellen Gänge gelotst: Am Ende, so der Film, „verwandeln sich die Besucher in eines ihrer Idole“.

In einer Studie über die wirtschaftlichen Effekte des Projekts wird die wirtschaftliche Vision der Verwandlung entwickelt: Die Studie verkündet kühn eine Wertschöpfung von rund 50 Millionen Euro für die regionale und überregionale Bauwirtschaft schon in der Errichtungsphase. Im Vollbetrieb dann jährliche Umsätze in Höhe von bis zu 19 Millionen Euro für die regionale Wirtschaft. Jährliche Steuereinnahmen in Höhe von 1,5 Millionen Euro, 280 neue Vollzeit-Arbeitsplätze.

Auftraggeber für die gefällige Studie war DORTMUNDtourismus, die offizielle Organisation für Tourismusmarketing der Stadt Dortmund. Finanzielle Risiken und offene Fragen werden darin nicht einmal im Ansatz diskutiert.

Mindestens 36 Millionen Euro kostet der Bau, mit Mehrkosten muss bei solchen Großbauten immer gerechnet werden. Das meiste Geld kommt vom Land, und damit vom Steuerzahler. 18,5 Millionen übernimmt das Land NRW, 17,5 Millionen der DFB. Die ebenfalls am Museum beteiligte Stadt Dortmund steuerte das Grundstück bei – zum Nulltarif. Das Risiko von Mehrkosten trägt allein die Stadt. Zusicherungen wie diese waren für den DFB ausschlaggebend für die Standortvergabe. Auch andere Städte hatten sich um das Projekt beworben, doch keine sicherte ähnlich gute Konditionen zu wie Dortmund.

Ein besonders brisantes Detail der Gesellschaftervereinbarung: Der DFB soll sein finanzielles Risiko im Falle von Mehrkosten auf 250.000 Euro beschränkt haben. Die entsprechenden Verträge sind nicht öffentlich. Die Steuerzahler haben damit keine Möglichkeit zu erfahren, was mit ihrem Geld geschieht. „Die gesamte finanzielle Belastung für die öffentliche Hand bleibt undurchsichtig“, kritisiert der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfahlen (BdSt NRW) in seinem „Schwarzbuch 2012“.

Auch die bisher angefallenen Kosten seien intransparent, so der BdSt NRW. Bis jetzt entstanden der Stadt vor allem Kosten für den Architekturwettbewerb und die durch den Bau notwendig gewordene Verlagerung des Omnibus-Bahnhofs. Eine halbe Million Euro hat man dafür bis dato ausgegeben – mit der Hälfte hatte man kalkuliert. Das geschenkte Grundstück hat einen Wert von 5 Millionen Euro. Der Beitrag wurde in der falschen Hoffnung geleistet, das Land werde davon 80 Prozent übernehmen.

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