Lehrling ist „out“: Junge Deutsche drängen auf Universitäten

Immer mehr junge Deutsche wollen studieren. Daher blieben im vergangenen Jahr circa 33.000 Ausbildungsplätze unbesetzt. Viele deutsche Betriebe haben die Suche nach Lehrlingen bereits aufgegeben.

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Viele Ausbildungsplätze bleiben in Deutschland unbesetzt. Den Betrieben fehlt der Nachwuchs. Dass immer mehr Jugendliche studieren, ist gefährlich. In anderen Ländern führt dies bereits zu massiver Jugend-Arbeitslosigkeit.

Im vergangenen Jahr blieben 33.300 Ausbildungsplätze unbesetzt, sagt Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des DIHK. Nur für 15.700 Bewerber konnte die Bundesagentur für Arbeit (BA) keinen Ausbildungsplatz vermitteln. Das heißt, auf jeden unvermittelten Jugendlichen kamen mehr als zwei offene Ausbildungsstellen.

Für die Unternehmen wird es immer schwieriger, geeigneten Nachwuchs an Fachkräften zu finden. Da nicht alle Ausbildungsplätze bei der BA gemeldet werden, könnte die wirkliche Zahl der unbesetzten Stellen noch weitaus höher liegen. Circa 20 Prozent der Betriebe konnten nicht alle Plätze besetzen, so die aktuelle DIHK-Ausbildungsumfrage. Dadurch blieben rund 70.000 Ausbildungschancen ungenutzt.

Dercks sagt:

Gerade kleine Betriebe sind beim Wettbewerb um die Bewerber oft die Verlierer. Unternehmen, die immer weniger Plätze besetzen können, bieten am Ende auch weniger Plätze an. Und wer gar keine mehr besetzen kann, fällt in der Konsequenz als Ausbildungsbetrieb aus der Statistik.

Daher appelliere ich an die jungen Menschen: Nutzen Sie die hervorragenden Ausbildungschancen in diesem Jahr. Eine Ausbildung in einem spannenden, praxisnahen IHK-Beruf kann lohnender sein als ein abstraktes Studium.

Auch Esther Hartwich vom DIHK sagte dem DLF, dass sich viele Jugendliche nach dem Schulabschluss für ein Studium statt für eine duale Berufsausbildung entscheiden: „Dieser Trend steigt weiter an. Das heißt, sehr leistungsstarke Schüler fehlen dann wieder den Unternehmen, um ihre Ausbildungsplätze zu besetzen.“

Andere Länder setzten stärker auf eine „Akademisierung“ als Deutschland. Doch deren Jugendarbeitslosigkeit sei dann auch erheblich höher, so Hartwich.

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