Märkte lustlos: Kein Geld von Bernanke, Eurozone schrumpft

Weitere Notenbanker der Fed haben sich dafür ausgesprochen, die lockere Geldpolitik zurück zu fahren. Sie fürchten eine Blase an den Märkten. Unterdessen vermeldete die Eurozone eine weitere Kontraktion der Wirtschaft. Die Aktienmärkte reagierten sofort. In den USA und in Europa fielen die Kurse.

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Die Unsicherheit über die Strategie der Fed und die schlechten Daten aus der Eurozone haben die Kurse fallen lassen (Grafik: Bloomberg, DWN)

Die Unsicherheit über die Strategie der Fed und die schlechten Daten aus der Eurozone haben die Kurse fallen lassen (Grafik: Bloomberg, DWN)

Die Aktienkurse in Europa und den USA sind deutlich im Minus. Die Wirtschaft in der Eurozone ist im ersten Quartal um 0,2 Prozent geschrumpft und in der Fed kündigt sich ein Richtungswechsel in der Geldpolitik an.

Am Dienstagabend fiel der Dow Jones Industrial Average Index um 0,50 Prozent, aber auch der S & P 500 Index und der NASDAQ Composite Index schlossen mit Verlusten. Sobald die US-Börse am Mittwoch öffnet, ist mit weiteren Kursrutschen zu rechnen. Aber auch in Europa und in Asien reagierten die Märkte auf die Nachrichten von der Fed und Eurostat. Der Euro Stoxx 50 gab zwischenzeitlich 1,19 Prozent nach und der Dax sank auf 8.206,74 Punkte. Der Nikkei setzte seine Talfahrt der vergangenen Tage ebenfalls fort (-3,83%).

Die Präsidentin der Fed von Kansas, Esther George, und der Präsident der Fed von Dallas, Richard Fisher, haben sich für einen Richtungswechsel ausgesprochen. Esther George hatte eine Rede vorbereitet, die sie aufgrund gesundheitlicher Beschwerden jedoch nicht vortragen konnte. In dem  Redetext, der Reuters vorliegt, spricht sie jedoch davon, dass das Tempo der Anleihekäufe zurückgefahren werden soll. Zwar soll dies kein direkter Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik sein, aber man müsse die Finanzmärkte langsam entwöhnen, so die Präsidentin der Fed in Kansas.

Drosselt die Fed ihre lockere Geldpolitik nicht, bestehe die Gefahr von Instabilität im Finanzsystem und Inflationsdruck, so  George. „Wir können nicht in der Furcht leben, dass der Markt unglücklich sein wird, weil wir ihm nicht das Geld-Kokain geben“, kritisierte Fisher die aktuelle Politik der Fed.

Die Märkte sind verunsichert. Erst Ende vergangene Woche  tauchte das Protokoll einer Sitzung des Wissenschaftlichen Beirats und des Vorstands der Fed auf, in dem auch vor einer Weiterführung der lockeren Geldpolitik gewarnt wurde (hier). Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Bernanke  tatsächlich den Geldhahn etwas zudrehen könnte.

Allerdings dürfte dies auch von den Ergebnissen der EZB-Ratsitzung am Donnerstag abhängen. Die neuen Daten von Eurostat zeigen auch eine zunehmende Schwäche von Deutschland und Frankreich. Zuletzt halbierte der IWF sogar seine Wachstumsprognose für Deutschland (hier).

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