Börsensturz: Niemand kauft Griechenlands Erdgas-Konzern

Griechenlands größter Aktienindex ist am Montag um 5 Prozent gefallen. Zuvor war es der griechischen Regierung nicht gelungen, den staatlichen Erdgas-Konzern Depa an die Börse zu bringen. Denn es gab nicht ein einziges Gebot.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Der Verkauf des staatlichen Erdgas-Konzerns Depa ist gescheitert. Denn die griechische Regierung fand keinen Käufer. Sie hat sich gegenüber der EU verpflichtet, Vermögen im Umfang von 2,6 Milliarden Euro zu verkaufen.

Griechenland werde zu einem späteren Zeitpunkt erneut versuchen, Depa zu privatisieren, zitiert die FT das Energie-Ministerium. Auch der Termin zur Privatisierung des Ölkonzerns Hellenic Petroleum müsse nun überprüft werden.

Es war erwartet worden, dass der russische Ölkonzern Gazprom den griechischen Staatskonzern übernimmt. Ein Sprecher von Gazprom sagte, sein Unternehmen habe sich dagegen entschieden, weil es nicht sicher sein konnte, ob sich die finanzielle Lage von Depa nach dem Kauf nicht verschlechtern werde. „Das Unternehmen hat schon jetzt Schwierigkeiten mit unbezahlten Kundenrechnungen.

Griechenland muss den Staatskonzern Depa verkaufen, damit es das von der EU gesetzte Ziel erfüllt, bis zum Jahresende Vermögen im Umfang von 2,6 Milliarden Euro zu verkaufen. Derzeit will der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble Griechenland mit direkten Krediten der KfW aus Deutschland unterstützen (hier).

Im letzten Monat verkaufte Griechenland bereits den staatlichen Lotto- und Sportwetten-Anbieter OPAP an eine Investorengruppe für 712 Millionen Euro. Dies war die bisher größte Privatisierung des Landes. Zudem habe die griechische Regierung von Socar aus Aserbaidschan ein Gebot für Desfa erhalten, den Netz-Bereich von Depa.

Wenn der Verkauf von Depa scheitert, wäre die ein großer Rückschlag für die griechische Regierung, die versucht das Vertauen der Investoren zurückzugewinnen. Der größte griechische Aktienindex lag am Montagnachmittag um 940 Punkte. Das ist ein Tagesminus von knapp 5 Prozent.

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***


media-fastclick media-fastclick