Kreditklemme: Dem Mittelstand fehlen 3,5 Billionen Euro

Aufgrund härterer Regulierungen vergeben die Banken Europas immer weniger Kredite an Unternehmen. Während große Konzerne sich anderwärtig finanzieren können, leiden die mittleren Unternehmen akut unter einer Kreditklemme.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Dem europäischen Mittelstand droht in den kommenden fünf Jahren eine Kreditklemme. Denn die Banken beschneiden Unternehmenskredite und die Regierungen konzentrieren ihre Hilfen auf Kleinstunternehmen.

Die mittleren Unternehmen Europas brauchten bis 2018 Kredite im Umfang von 3,5 Billionen Euro, so eine Prognose der Rating-Agentur Standard and Poor’s vom Dienstag. Denn aufgrund härterer Regulierungen fahren die Banken Europas ihre Kredite an Unternehmen zurück.

Circa 2,7 Billionen Euro benötigten die mittleren Unternehmen, um die Umschuldung bestehender Schulden zu finanzieren, so S&P. Weitere 800 Milliarden Euro würden bis 2018 für Investitionen benötigt.

„Die europäischen Unternehmen haben sich traditionell auf die Bankenfinanzierung verlassen“, sagte Alexandra Dimitrijevic von S&P. Doch der Schuldenabbau und die schärferen Regulierungen führten zu einem Kredit-Mangel. Bei den mittleren Unternehmen sei das Problem besonders akut.

„Während größere Unternehmen leichteren Zugang zu Krediten haben und viel kleinere Unternehmen im Fokus einer Vielzahl politischer Vorschläge stehen, scheinen mittlere Unternehmen in die Lücke dazwischen zu fallen“, sagte Dimitrijevic.

Die Kreditinstitute müssen ihr Eigenkapital aufstocken und sich auf sichere Geschäfte konzentrieren. „Wenn Banken weiterhin Schwierigkeiten haben, können sie keine Kredite mehr an die Realwirtschaft vergeben“, sagte auch Tony Stringer von der Rating-Agentur Fitch (hier).

Vor allem im Süden Europas vergeben die Banken immer weniger Kredite an Unternehmen. Denn die faulen Kredite in ihren Bilanzen sind enorm und wachsen weiter. Die erwarteten Kreditausfälle sind so massiv, dass eine Banken-Rettung ohne das Geld der Deutschen nicht mehr möglich ist (mehr hier).

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***


media-fastclick media-fastclick