Neue Ausschreitungen: Proteste in der Türkei flammen wieder auf

Die Demonstrationen in Istanbul werden durch Ausschreitungen im Südosten der Türkei erneut angeheizt. Diesmal kam es bei Protesten gegen einen Gendarmerie-Stützpunkt zu Ausschreitungen, wobei ein 18-Jähriger getötet wurde. In der Nacht auf Sonntag werden neue Proteste in Taksim erwartet.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
In Istanbul demonstrierten Hunderte gegen den Vorfall in Lice/Diyarbakir und riefen den Slogan "Halte durch Lice" in Anlehnung an die Gezi-Park-Proteste. (Foto: http://occupygezipics.tumblr.com/)

In Istanbul demonstrierten Hunderte gegen den Vorfall in Lice/Diyarbakir und riefen den Slogan „Halte durch Lice“ in Anlehnung an die Gezi-Park-Proteste. (Foto: http://occupygezipics.tumblr.com/)

Der Tod eines Demonstranten in der südöstlichen Provinz Diyarbakir hat die Behörden in Istanbul erneut in Alarmbereitschaft versetzt. Derzeit ist auf dem Taksim-Platz erneut verstärkte Polizeipräsenz zu beobachten. Für den Abend werden erneut Proteste erwartet.

Die BDP hatte für Samstagabend zu einer Kundgebung vor dem Galatasaray Gymnasium aufgerufen, um gegen den Einsatz des Militärs bei der Demonstration in Diyarbakir zu protestieren. Von dort aus lief die Gruppe zum Taksim-Platz und setzte den Protest fort. Die Partei fordert eine schnelle Aufklärung der Vorgänge vom Freitag. „Sollte die AKP-Regierung nicht in diese Provokation verstrickt sein, muss sie den Befehlshaber des Gendarmerie-Postens und die dortigen Soldaten von ihrer position entbinden und alles Nötige tun“, zitiert die Aksam die BDP-Abgeordnete Sebahat Tuncel. Auch in Izmir und Antalya gingen hunderte Demonstranten auf die Straße. In Ankara und Istanbul setzt die Polizei erneut Tränengas und Gummigeschosse ein.

Am Freitag war ein 18-Jähriger bei einer Demonstration gegen den Bau einer Polizeistation in Diyarbakir im Südosten der Türkei ums Leben gekommen. Während die Behörden davon sprechen, dass Steine und Molotowcocktails geworfen worden seien und das Militär Warnschüsse abgefeuert hätte, sagt die BDP, dass gezielt in die Menge geschossen worden sei.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***


media-fastclick media-fastclick