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Ende des Sparkurses in Europa wird Inflation beschleunigen

Die EU bekommt die Arbeitslosigkeit nicht in den Griff und will mit Konjunktur-Programmen die Wirtschaft ankurbeln. Zu diesem Zweck soll Geld in die Realwirtschaft gepumpt werden. Damit öffnen sich auch die Schleusen für eine Inflation: Denn eigentlich wollte die EZB die gigantische Liquidität zurückrufen, die sie in die Märkte gepumpt hat. Doch der Druck der Straße ist zu groß für einen geordneten Rückzug.

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Die tatsächliche Inflation liegt heute schon weltweit über der offiziellen Rate. Wenn nun noch mehr Geld in den Markt gelangt, könnte sich die Entwicklung beschleunigen. (Fotos: DWN/shadowstats)

Die tatsächliche Inflation liegt heute schon weltweit über der offiziellen Rate. Wenn nun noch mehr Geld in den Markt gelangt, könnte sich die Entwicklung beschleunigen. (Fotos: DWN/shadowstats)

Bereits zu Beginn der Schuldenkrise erhöhten die USA die Geldmenge um über 100 Prozent. Die Euroländer um rund 30 Prozent. Und noch immer druckt die EZB neues Geld. Die Billionen-Tsunamiwelle wird irgendwann auf dem Strand aufschlagen – mit verheerenden Folgen für Sparer und Unternehmen.

Als „Inflation“ bezeichnet man einen anhaltenden Anstieg des allgemeinen Preisniveaus. Druckt eine Notenbank bei gleichbleibender Gütermenge mehr Banknoten, entwertet sie das Geld und leistet einer Inflation Vorschub.

Von der Inflation zur Hyperinflation

„Hyperinflation“ bedeutet „hohe Inflation“, man könnte auch „unkontrollierte“ Inflation sagen, bei der das Preisniveau sehr schnell steigt. Da es aber keine allgemein akzeptierte Definition gibt, spricht man im Allgemeinen von einer Hyperinflation, wenn die monatliche Inflationsrate 50 Prozent (das entspricht einer jährlichen Rate von etwa 13.000 Prozent) beträgt. Viele Hyperinflationen enden in einer Währungsreform.

In den 1920er und 1940er Jahren gab es insgesamt sieben Hyperinflationen: Österreich (1921), Russland (1921), Deutschland (1922/1923), Polen (1923), Ungarn (1923), Griechenland (1943) und Ungarn (1945). Je nach Land betrugen die monatlichen Inflationsraten zwischen 47 Prozent und 19.800 Prozent.

Doch Hyperinflationen sind kein „Relikt“ aus der Vorkriegszeit. Seit 1945 gab es allein im europäischen Raum vier weitere Hyperinflationen. In Polen (1989), in Bosnien und Herzegowina (1990), in Russland (1992) und in Georgien (1992).

Dabei fielen Gemeinsamkeiten auf: Alle Hyperinflationen dauerten nur etwa ein Jahr. Die monatlichen Inflationsraten betrugen 50 Prozent oder mehr. Es kam zu dramatischen Preisanstiegen und einem hohen monatlichen Geldmengenwachstum.

Ursachen

Eine Hyperinflation liegt in der dramatischen Zunahme der nominalen Geldmenge begründet. Das Geldmengenwachstum ist hoch, weil das Budgetdefizit zu groß ist. Das Budgetdefizit wiederum ist groß, weil die Volkswirtschaft mit „Schocks“ zu kämpfen hat, die es der Regierung unmöglich machen, ihre Ausgaben auf anderem Wege als durch Gelddrucken zu finanzieren.

Diese „Schocks“ können Börsen- und Wirtschaftscrashs sowie große soziale Probleme sein. Aber auch Kriege, Revolutionen, Reparationszahlungen und Wiederaufbau. Das alles nimmt dem Staat die Möglichkeit Steuern zu erheben. So ist er gezwungen immer mehr Geld drucken, um seine Schulden zu tilgen und seine Ausgaben zu finanzieren.

Auswirkungen

Eine Hyperinflation hat dramatische Auswirkungen auf die Bevölkerung und die Unternehmen. Löhne und Gehälter werden häufiger ausbezahlt. Preise verlieren an Aussagekraft, da sie sich häufig verändern, manchmal sogar mehrmals täglich. Die Menschen stürmen die Geschäfte, um schnell Waren zu kaufen, bevor das Geld wieder an Wert verliert. Die Schwankungen der Inflationsrate werden immer größer.

Das Transaktionssystem der Banken (Abhebungen, Einzahlungen, Konteneinrichtungen, Kontenauflösungen und Kreditvergaben) funktioniert nur noch schleppend. Kreditvergabe und Kreditaufnahme kommen allmählich zum Erliegen.

Unternehmerische und staatliche Investitionen gehen zurück. Die Produktion sinkt. Die Arbeitslosigkeit steigt dramatisch. Die sozialen Sicherungssysteme stehen vor dem Kollaps. Soziale Unruhen drohen.

Genau das waren auch die Auswirkungen der verheerenden Hyperinflation von 1923. Der Wert der gesamten im Deutschen Reich zirkulierenden Währung belief sich im Jahr 1914 auf fünf Milliarden Mark. Nur zehn Jahre später, im Oktober 1923, reichten sechs Milliarden Mark nicht einmal mehr aus, um sich in Berlin einen Laib Brot zu kaufen. Am Ende der Hyperinflation betrug der Wert der Reichsmark nur noch ein Billionstel ihres Wertes aus dem Jahr 1914.

Über Nacht verloren die Menschen ihre gesamten Ersparnisse und Rücklagen. Größter Profiteur war der Staat. Seine Kriegsschulden in Höhe von 154 Milliarden Mark waren am Ende der Hyperinflation, als die neue Rentenmark eingeführt wurde, nur noch ganze 15,4 Pfennige wert.

Vorläufer einer Hyperinflation ist immer eine Inflation. Zwar sind die Inflationsquoten aktuell ziemlich moderat, aber das Inflationsrisiko ist dennoch stark gestiegen. Je mehr Staatsanleihen die Europäische Zentralbank erwirbt, desto größer wird die Geldmenge. Die EZB hält Staatsanleihen von Euro-Krisenländern in Höhe von mehr als 200 Milliarden Euro in ihren Büchern. Die Folge: Die Geldmenge ist um 11,4 Prozent gewachsen. Bereits zu Beginn der Schuldenkrise erhöhten die USA die Geldmenge um über 100 Prozent und die Euroländer um rund 30 Prozent.

Aber das ist noch nicht alles. Auch die Bilanzsumme der Europäischen Zentralbank hat sich seit 2007 verdreifacht. Zudem hat sich die Summe aus Bargeld und Einlagen auf fast zwei Billionen Euro verdoppelt. Natürlich kommt es den Südländern sehr gelegen, dass die EZB mehr frisches Geld in Umlauf bringt. So werden ihre Staatsschulden per Inflation entwertet. Der Kernauftrag der Europäischen EZB, die Preisstabilität zu halten, ist damit aber ein für allemal passé.

Wie schon erwähnt, entsteht Inflation, wenn die Geldmenge schneller wächst als die Gütermenge. Die Nachfrage treibt dann die Preise. Auch hohe Lohnabschlüsse tragen zur Inflationsdynamik bei. Den Unternehmen bleibt aufgrund der geringen Gewinnmargen dann nämlich nichts anderes mehr übrig, als die höheren Kosten auf ihre Verkaufspreise zu schlagen.

All diese Faktoren sind in der EU und auch in Deutschland gegeben. Dennoch liegt die Teuerungsrate im Rahmen. So jedenfalls wird das von Politikern, Ökonomen und Medien suggeriert. Aber das täuscht. Denn der Norden der Euro-Zone ist gegenüber den Südländern um rund 20 Prozent unterbewertet. Über fünf Jahre hinweg macht das einen Inflationsunterschied von immerhin vier Prozent aus. Das Vermögen der Deutschen wird also stärker entwertet als in den meisten anderen Euroländern.

Trotzdem ist von einer hohen Inflation noch nichts zu spüren. Der Grund dafür ist einfach: Das Zuviel an Geld hängt bei den Geschäftsbanken fest. Besonders schlimm ist es in den EU-Südländern. Da die Notenbanken den Geschäftsbanken unbegrenzt Geld verleihen, haben die zwischenzeitlich 1,2 Billionen Euro angehäuft.

In der Theorie können die Geschäftsbanken mehr als das Hundertfache ihrer Guthaben als Kredite vergeben. Tatsächlich aber beträgt die Quote in der Europäischen Union nur das Sechsfache. Aktuell kommt das Zuviel an Geld nicht in der Realwirtschaft an. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Geldmengenblase platzt.

Das Dilemma der EZB

Immer mehr EU-Staaten wollen sich dem vermeintlichen Spardiktat der „Deutschen“ nicht mehr unterwerfen. Das Ende der eisernen Sparpolitik wird ausgerufen. Gerade in den Krisenländern haben die Regierungen Angst vor Aufruhr und Unruhen. Deshalb werden eilig Sozial-, Arbeitsbeschaffungs- und Konjunkturprogramme aufgestellt. Dadurch sollen die wütenden Menschen wieder Geld in die Hand bekommen und ruhig gestellt werden.

Das „Zuviel“ an Geld findet so langsam seinen Weg in die Realwirtschaft. Wenn die Menschen mehr konsumieren wird die Inflation bald wieder antraben.

Die EZB steckt in der Zwickmühle. Zieht sie das überzählige Geld zu schnell ab, ist das Risiko von Bankencrashs hoch. Belässt sie die Liquiditätsmengen im System, beschleunigt sich der Geldumlauf.

Ein hypothetisches Beispiel soll dies verdeutlichen: Angenommen die monatliche Inflationsrate beträgt 100 Prozent. Das Bargeld verliert dadurch die Hälfte seines realen Wertes, weil die Güter einen Monat später doppelt soviel kosten. Wenn das Geld immer wertloser wird, versucht natürlich jeder, noch etwas Werthaltiges zu bekommen. Die Spirale dreht sich immer schneller. Die Preissteigerungsrate kann sich so schnell zu einer galoppierenden und schließlich zu einer Hyperinflation ausweiten.

Wie man sich vor einer Hyperinflation schützen kann

Es ist also wichtig, sich auf diesen finanziellen „Super-GAU“ jetzt schon vorzubereiten. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Etwa das Lagern von Tauschgütern, mit denen man später Nahrungsmittel und medizinische Produkte erwerben kann.

Ebenso sollte man einen Teil seines Euro-Vermögens ich Sachwerte umtauschen. Dazu gehören Gold- und Silbermünzen in kleinen Stückelungen, aber auch Aktien- und Immobilieninvestments. Raus aus Versicherungen, Bausparverträgen, Staatsanleihen und Geldanlagen. Im Falle einer Hyperinflation sind sie nichts mehr wert. Wertsachen sind in einem eigenen Tresor besser aufgehoben, als auf der Bank.

Eine eigene, abbezahlte Immobilie schützt vor Wohnungsverlust. Eine autarke Strom- und Wasserversorgung sowie das Horten von Vorräten helfen vor staatlichen Repressionen und machen unabhängig.

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Polen verlangt von Merkel Erklärung zu Sicherheit in Deutschland
Polen verlangt von Merkel Erklärung zu Sicherheit in Deutschland
Polen verlangt von der Bundesregierung unter Bundeskanzlerin Merkel nach den jüngsten Gewaltexzessen eine Erklärung zur Sicherheit in Deutschland. Warschau sorgt sich um die eigenen Bürger: Am Sonntag war eine junge Polin von einem Flüchtling mit einer Machete ermordet worden.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel mit der polnischen Ministerpräsidentin Beata Szydlo in Berlin. (Foto: dpa)

Bundeskanzlerin Angela Merkel mit der polnischen Ministerpräsidentin Beata Szydlo in Berlin. (Foto: dpa)

Die polnische Ministerpräsidentin Beata Szydlo hat von der Bundesregierung eine „Erklärung“ zu den jüngsten Gewalttaten in Deutschland gefordert. „Seit mehreren Wochen hören wir täglich von Terrorangriffen. Diese jüngsten Ereignisse haben auch polnische Bürger getroffen“, sagte Szydlo am Dienstag. Sie bezog sich dabei offenbar auf den Mord an einer Polin durch einen syrischen Flüchtling in Reutlingen.

„Der polnische Staat hat die Verpflichtung, eine Erklärung zu verlangen für die Ereignisse, eine ehrliche Information, weil sich das alles auf der anderen Seite unserer Grenze abspielt“, sagte Szydlo vor Journalisten. Die Regierung in Warschau steht der deutschen Flüchtlingspolitik seit langem kritisch gegenüber. Die Aufnahme von Flüchtlingen im Zuge einer europaweiten Quotenregelung lehnt sie entschieden ab.

Bereits am Montag hatte der polnische Außenminister Witold Waszczykowski die deutsche Regierung für die jüngsten Gewalttaten mitverantwortlich gemacht. „Die Sicherheitsdienste und die deutschen Politiker sind verantwortlich für die Sicherheit in Deutschland“, sagte Waszczykowski auf einer Reise im jordanischen Amman. „Wir erwarten, dass sie uns das Warum dieser Taten erklären.“

Er stellte dabei auch einen Zusammenhang zwischen der deutschen Flüchtlingspolitik und den islamistischen Anschlägen in Ansbach und Würzburg her, die von einem syrischen und einem afghanischen Flüchtling verübt worden waren. „Man versichert uns, dass es keine Probleme verursachen würde, Europa zu öffnen und eine derartige Welle von Migranten zu akzeptieren.“ Nun zeige sich, dass dies nicht der Fall sei, sagte Waszczykowski.

Orban: Ungarn braucht keinen einzigen Migranten für die Wirtschaft
Orban: Ungarn braucht keinen einzigen Migranten für die Wirtschaft
Ungarns Premier Orban sieht in den Flüchtlingen in Europa eine Gefahr für die öffentliche Ordnung. Österreich wird Ungarn beim Schutz der Grenze zu Serbien unterstützen.
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Österreichs Bundeskanzler Christian Kern mit dem ungarischen Premier Viktor Orban in Budapest. (Foto: dpa)

Österreichs Bundeskanzler Christian Kern mit dem ungarischen Premier Viktor Orban in Budapest. (Foto: dpa)

Der ungarische Ministerpräsident Victor Orban hat Einwanderung als „Gift“ und die Flüchtlinge als Sicherheitsrisiko bezeichnet. „Ungarn braucht keinen einzigen Migranten, damit die Wirtschaft funktioniert“, sagte Orban am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem österreichischen Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ). „Deswegen braucht es keine gemeinsame europäische Einwanderungspolitik. Wer immer Migranten braucht, kann sie nehmen, doch zwingt sie uns nicht auf, wir brauchen sie nicht“.

„Jeder einzelne Migrant stellt eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und ein Terrorrisiko dar“, sagte Orban, der von Anfang an in der Flüchtlingspolitik eine harte Linie vertreten hat. Insbesondere lehnt er eine Verteilung der Asylbewerber auf die EU-Mitgliedsstaaten nach verbindlichen Quoten vehement ab. „Für uns ist Migration keine Lösung, sondern ein Problem. (…) Nicht Medizin, sondern ein Gift, wir wollen es nicht und schlucken es nicht“, sagte Orban.

Im vergangenen Jahr waren 400.000 Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und anderen Kriegs- und Krisengebieten durch Ungarn gereist. Nachdem die Regierung die Südgrenze mittels eines Stacheldrahtzauns abgeriegelt hatte, ging die Zahl deutlich zurück. Rund 199.000 Flüchtlinge stellten 2015 einen Asylantrag in Ungarn, doch wurden nur 264 Asylbewerber angenommen. Seit der Schließung der Balkanroute kommen kaum noch Flüchtlinge.

Österreich und Ungarn wollen die Grenze zu Serbien gemeinsam sichern. Österreich wird zunächst 20 Polizisten abstellen. Bundeskanzler Kern sagte, Österreich wolle nach den „jüngsten Erschütterungen“ die Beziehungen zu Ungarn wieder verbessern.

Syrien und Russland kreisen Söldner-Truppen in Aleppo ein
Syrien und Russland kreisen Söldner-Truppen in Aleppo ein
Russen und Syrer haben die islamistischen Söldner in Aleppo komplett eingekreist, nachdem sie vergangenen Woche ihre Versorgungsroute gekappt hatten. Doch die Söldner könnten dazu übergehen, die Zivilbevölkerung von Aleppo als menschliche Schutzschilde einzusetzen.
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Die islamistischen Söldner von Fatah Halab haben keinen Ausweg mehr. (Screenshot)

Die islamistischen Söldner von Fatah Halab haben keinen Ausweg mehr. (Screenshot)

In der umkämpften syrischen Stadt Aleppo besteht die Gefahr, dass die islamistischen Söldner die Einwohner von Aleppo, deren Anzahl unbekannt ist, als menschliche Schutzschilde benutzen. Westliche Sicherheitskreise bestätigten den Deutschen Wirtschafts Nachrichten, dass dies eine reale Gefahr sei, weil die Söldner in der Vergangenheit auf dieses Mittel zurückgegriffen haben, um einen „Massenmord“ durch Russen und Syrer zu propagieren. Die pro-westliche Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) bestätigt diese Methode der „Rebellen“. Auffällig ist, dass vor allem die Söldner-Truppe Dschaisch al-Islam, die auch an den Genfer Gesprächen teilgenommen haben und vom Westen unterstützt werden, diese Methode einsetzt. Al Jazeera berichtete im vergangenen Jahr: „Syrische Rebellengruppen haben Menschen in Käfige gesperrt und sie in die Nähe von Damaskus gefahren, um sie als menschliche Schutzschilde gegen schwere Luftangriffe durch die Regierung einzusetzen.“

Die islamistischen Söldner der Gruppe Fatah Halab wurden am Dienstag in Aleppo von der syrischen Armee (SAA) komplett eingekesselt. Bereits vor eineinhalb Wochen wurde die Versorgung der Söldner gekappt, berichtet Al-Masdar News. Was besonders nachteilig für die Söldner ist, ist die Tatsache, dass die 4. Mechanisierte Division der SAA 90 Prozent des Al-Layramoun-Viertels, in der sich zahlreiche Industrieanlagen befinden, kontrolliert. Die Söldner haben nur noch die Kontrolle über die Bus-Station im Norden der Stadt.

Die SAA hat auch erstmals seit dem Jahr 2012 die Kontrolle über das Viertel Bani Zaid errungen. Die Söldner haben zwei Optionen: entweder sie führen einen aussichtslosen Kampf oder die ergeben sich der SAA und ihren russischen Verbündeten. Die New York Times berichtet, dass die SAA den Söldnern in Aussicht gestellt haben, sich zu ergeben. Zudem habe die SAA eine sichere Route aus der Stadt geschaffen, um den Söldnern den Ausweg zu ermöglichen, nachdem sie die Waffen niedergelegt haben.
Ausschlaggebend für den enormen Rückschlag gegen Fatah Halab waren die russischen Luftangriffe auf die Stellungen der Söldner in Aleppo. Nach Informationen des syrischen Spezial-Kommandos „Tiger Forces“ sollen die Russen zahlreiche Militärfahrzeuge der Söldner in Kafr Hamra, Bayyanoun, Hayyan, Harita und Anadan zerstört haben. Alleine in der Nacht von Montag auf Dienstag soll die russische Luftwaffe über 40 Luftschläge gegen die Islamisten ausgeführt haben, so Al-Masdar News.

US-Präsident: Demokraten nominieren Hillary Clinton als Kandidatin
US-Präsident: Demokraten nominieren Hillary Clinton als Kandidatin
Hillary Clinton wird gegen Donald Trump antreten. Doch über ihrer Kandidatur liegen erhebliche Schatten. Sie wird mit Manipulationen und Korruption in Verbindung gebracht. Die Demokraten fürchten weitere unangenehme Enthüllungen und haben vorsorglich die Russen für einen demaskierenden Leak verantwortlich gemacht.
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Meryl Streep am Dienstag auf dem Parteitag der Demokraten. (Foto: dpa)

Meryl Streep am Dienstag auf dem Parteitag der Demokraten. (Foto: dpa)

Die frühere Außenministerin Hillary Clinton ist nun auch offiziell die Präsidentschaftskandidatin der US-Demokraten. Bei einem Parteitag in Philadelphia stimmten am Dienstag mehr als 2381 Delegierte für Clinton, womit sie die erforderliche absolute Mehrheit erreichte.

Clinton ist in den vergangenen Tagen durch die Veröffentlichung der DNC-Emails unter Druck geraten. Aus den Emails geht nicht nur hervor, dass die Demokraten hinter einer ausgemachten Schmierenkampagne gegen Donald Trump stecken. Auch Bernie Sanders sollte diskreditiert werden – unter anderem, weil er Atheist ist. Die DNC-Vorsitzende Debbie Wasserman Schultz musste zurücktreten. Julian Assange von Wikileaks kritisierte, dass Clinton Wasserman Schultz nach dem Bekanntwerden ihres Fehlverhaltens lobte und ihr versprach, sie zum Teil ihrer Kampagne zu machen. Assage sagte auf Democracy Now, dass Clinton damit ihren Hang zur Korruption belege: Sie habe jemanden belohnt, dem Manipulation und Intrigen vorgeworfen wurden. Dies lasse nichts Gutes für eine mögliche Präsidentschaft von Clinton erwarten. Clinton habe damit gezeigt, dass sie für Korruption anfällig sei, weil ihr persönliche Loyalitäten wichtiger seien als das Wohl der Allgemeinheit.

An der Kür Clintons hatte kein Zweifel bestanden. Die Ex-Außenministerin hatte sich in den Vorwahlen der Demokraten gegen den linksgerichteten Senator Bernie Sanders durchgesetzt. Zudem hatte sie die große Mehrheit der sogenannten Superdelegierten hinter sich. Dies sind aktuelle oder frühere Amtsträger der Partei, die in ihrem Votum über den Kandidaten frei, also nicht an die Vorwahlergebnisse gebunden waren.

Gleichwohl zeigt der bisherige Verlauf des Parteitags, dass Clintons Kandidatur in der Partei nicht auf ungeteilte Begeisterung stürzt. Auch am zweiten Tag der Versammlung brachen Sanders-Anhänger immer wieder in stürmische „Bernie, Bernie“-Sprechchöre aus.

Banken-Stresstest: Zittern vor einem schwarzen Freitag
Banken-Stresstest: Zittern vor einem schwarzen Freitag
Am Freitag werden die Ergebnisse des Banken-Stresstests veröffentlicht. Es wird erwartet, dass die Ergebnisse eine neue Welle der Unsicherheit in den Finanzmärkten auslösen. In Deutschland stehen die beiden Großbanken Deutsche Bank und Commerzbank im Fokus.
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Die Börsen fürchten einen unerfreulichen Freitag. (Foto: dpa)

Die Börsen fürchten einen unerfreulichen Freitag. (Foto: dpa)

Neue Hiobsbotschaften von den deutschen Banken vor den Stresstest-Zeugnissen am Freitag: Die Commerzbank muss um ihren Milliardengewinn in diesem Jahr bangen und kämpft mit einer dünner werdenden Kapitaldecke. Und die mitten in der Sanierung steckende Deutsche Bank, ebenfalls nicht mit einem üppigen Puffer ausgestattet, sieht sich in den USA mit einer neuen Klage wegen undurchsichtiger Hypothekengeschäfte konfrontiert. Die Nervosität der Anleger steigt: Finanztitel zählten am Dienstag europaweit zu den Verlierern – auch weil weiterhin unklar ist, welche Register die italienische Regierung zieht, um ihre angeschlagenen Geldhäuser zu stabilisieren und einen Flächenbrand zu verhindern.

Im Dax büßten Commerzbank und Deutsche Bank am Dienstag mehr als vier Prozent ein und waren damit die Schlusslichter. Bei der Deutschen Bank erwarten von Reuters befragte Analysten angesichts der zahlreichen Sonderlasten ohnehin einen Verlust, wenn das Institut an diesem Mittwoch als erste richtig große europäische Bank ihre Zahlen vorlegt.

Die Enttäuschung war nun aber vor allem mit Blick auf die noch immer teilverstaatlichte Commerzbank groß. Dort offenbart sich für den neuen Vorstandschef Martin Zielke eine immer größere Not, ein neues Sparprogramm zu starten. Der Überschuss brach im zweiten Quartal um fast ein Drittel auf 209 Millionen Euro ein. Die Niedrigzinsen fressen sich tief in die Bilanz, und die Kreditnachfrage im Kerngeschäft mit dem Mittelstand schwächelt, warnte die Bank. „Eine klare Enttäuschung“, sagte Fondsmanager Helmut Hipper von Union Investment. „Was bleibt, ist die Hoffnung, dass der neue Vorstandschef Zielke einen überzeugenden Business-Plan vorlegt.“

Die neue Strategie wird im Herbst erwartet, große Sprünge sind angesichts der mauen Ausgangslage aber nicht drin. Zielke hatte schon unmittelbar zu seinem Amtsantritt im Mai prophezeit, es werde schwierig, das Vorjahresergebnis von mehr als einer Milliarde Euro zu wiederholen. Nach sechs Monaten stehen jetzt erst 372 Millionen Euro zu Buche – gut 40 Prozent weniger. Für die Branchenexperten der NordLB ist die Milliarde damit gegessen. Sie erwarten, dass die Commerzbank dieses Ziel am kommenden Dienstag offiziell kassiert. Dann soll der ausführliche Quartalsbericht veröffentlicht werden. An der veranschlagten Dividende von 20 Cent je Aktie will Zielke dagegen bislang nicht rühren.

In welcher Verfassung die Banken auf dem Kontinent sind, dürfte sich am Freitag zeigen. Dann werden die Ergebnisse des diesjährigen europaweiten Stresstests veröffentlicht. Allein die italienischen Institute schieben noch einen Berg fauler Kredite von 360 Milliarden Euro vor sich her. Dort ist inzwischen eine Debatte über ein neues Rettungspaket entbrannt. Allerdings können sich auch die deutschen Geldhäuser nicht zurücklehnen. Sie tun sich mit den strengeren Kapitalauflagen der Regulierer schwer.

Bei der Commerzbank schrumpfte die harte Kernkapitalquote per Ende Juni überraschend auf 11,5 Prozent, Ende März waren es noch 12,0 Prozent. Die Europäische Zentralbank will bei der Commerzbank bis 2019 eine Quote von 11,75 Prozent sehen. Der Grund für den jüngsten Rückgang: Offenbar bewertete die Commerzbank ihre Bilanzrisiken bislang zu lax – und musste nachbessern. Höhere Risikoaufschläge für italienische Staatsanleihen hinterließen ebenfalls Spuren. Das Engagement ist gewaltig: Ende März war die Commerzbank mit elf Milliarden Euro in Italien investiert. Alle deutschen Banken zusammen haben dort fast 26 Milliarden Euro im Feuer.

Ob die Deutsche Bank mit ihrer Kapitalausstattung im Frühjahr vorangekommen ist, ist offen. Sie hatte vor allem darauf gehofft, den bereits vereinbarten Verkauf der Beteiligung an der chinesischen Hua Xia Bank im zweiten Quartal abzuschließen. Das würde die Kapitalquote – die zu Jahresbeginn auf 10,7 von 11,1 Prozent gesunken war – um ein halbes Prozent verbessern. Finanzkreisen zufolge sind aber noch nicht alle Stempel auf den Vertragspapieren.

Dabei könnte Deutsche-Bank-Chef John Cryan gute Nachrichten dringend gebrauchen. Bei Deutschlands größtem Geldhaus sorgen sich Investoren vor allem darum, wann die zahlreichen Rechtsstreitigkeiten endlich ad acta gelegt werden, die viel Geld kosten. US-Hypothekenklagen zählen schon länger dazu. Jetzt müssen sich die Frankfurter in den USA erneut vor Gericht gegen Vorwürfe verteidigen, im Vorfeld der Finanzkrise Risiken im Zusammenhang mit dem Immobilienmarkt verheimlicht und Investoren über den Tisch gezogen zu haben.

Die Commerzbank, die seit jeher ein kleineres Rad auf den internationalen Kapitalmärkten drehte, hat solche Probleme nicht. Aber auch der Heimatmarkt macht längst keinen Spaß mehr. Wegen der Geldflut der Notenbanken rufen die wichtigen Firmenkunden nicht mehr genug Kredite ab. Deshalb werden jetzt bei der sogenannten Mittelstandsbank die größten Einschnitte erwartet. Besser schlägt sich die Bank dagegen im Privatkundengeschäft, obwohl der Online-Broker Comdirect neuerdings schwächelt.

Apple und Twitter enttäuschen mit schlechten Zahlen
Apple und Twitter enttäuschen mit schlechten Zahlen
Apple und Twitter wachsen deutlich langsamer als erhofft. Apple verkauft weniger iPhones, Twitter kämpft noch immer mit einem nicht erkennbaren Geschäftsmodell.
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Apple und Twitter glänzen nicht mehr wie gewohnt. (Foto: dpa)

Apple und Twitter glänzen nicht mehr wie gewohnt. (Foto: dpa)

Apple hat erneut deutlich weniger iPhones verkauft. Der Absatz des Smartphones brach im abgelaufenen Quartal um 15 Prozent ein, wie der US-Technologiekonzern am Dienstagabend mitteilte. In den drei Monaten zuvor hatte es erstmals seit der Markteinführung 2007 ein Minus gegeben, damals von gut 16 Prozent. Apple ist seit Jahren stark abhängig vom iPhone. Es steht für etwa zwei Drittel der gesamten Erlöse.

Der Nettogewinn des lange Zeit erfolgsverwöhnten Unternehmens aus dem Silicon Valley stürzte um 27 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar ab. Der Umsatz sank um 14,6 Prozent auf 42,36 Milliarden Dollar, nicht ganz so deutlich wie von Analysten befürchtet. 40,4 Millionen iPhones gingen im Frühjahr über die Ladentische, ebenfalls etwas mehr als gedacht.

Apple-Aktien verteuerten sich daraufhin im nachbörslichen US-Handel um 6,5 Prozent.

Klare Einbußen verzeichnete die wertvollste börsennotierte Firma der Welt auch mit iPads und Mac-Computern. Positiv entwickelte sich dagegen die Servicesparte, zu der der App Store, der Bezahldienst Apple Pay sowie Cloud-Dienstleistungen zählen. Hier kletterten die Erlöse um knapp 19 Prozent auf sechs Milliarden Dollar.

Probleme hat Apple in China, eigentlich einer der Wachstumstreiber des US-Konzerns. Hier schrumpfte das Geschäft um ein Drittel, nachdem es im Vorjahreszeitraum noch ein Plus von 112 Prozent gab. In China wird die Konkurrenz immer stärker, vor allem von Anbietern günstigerer Smartphones. Zudem habe sich das konjunkturelle Umfeld seit Jahresbeginn verschlechtert, so Apple-Chef Tim Cook.

Im laufenden vierten Quartal des Geschäftsjahres 2015/16 rechnet das Unternehmen mit Umsätzen von 45,5 bis 47,5 Milliarden Dollar. Von Reuters befragte Analysten hatten zuletzt im Schnitt mit 45,71 Milliarden Dollar kalkuliert.

Twitter hat angesichts zunehmender Konkurrenz von Rivalen wie Snapchat und Instagram zwischen April und Juni das geringste Quartalswachstum seit dem Börsengang im Jahr 2013 hingelegt. Der Umsatz stieg binnen Jahresfrist um etwa ein Fünftel auf 602 Millionen Dollar, wie der Online-Kurznachrichtendienst am Dienstagabend mitteilte. Der Nettoverlust verringerte sich um gut ein Fünftel auf 107,2 Millionen Dollar. Die durchschnittliche Zahl der aktiven monatlichen Nutzer stieg im zweiten Quartal nur leicht auf 313 Millionen von 310 Millionen im ersten Vierteljahr. Die Twitter-Aktie brach nachbörslich um mehr als zehn Prozent ein.

Mit seinem Ausblick enttäuschte Twitter die Investoren: Für das laufende Quartal rechnet Twitter mit einem Umsatz von 590 bis 610 Millionen Dollar und damit deutlich weniger als Analysten mit 678 Millionen Dollar.

Twitter-Gründer Jack Dorsey hatte im Oktober das Zepter wieder dauerhaft übernommen, um das Unternehmen auf Vordermann zu bringen. Er setzt auf neue Videodienste und will Anzeigenkunden noch gezielter ansprechen. Unter anderem sollen Football-Spiele über Twitter übertragen werden. Doch auch die Konkurrenten Facebook, Snapchat und Youtube sind auf diesem Gebiet aktiv. Unter Analysten kursierte Skepsis: „Seit fast einem Jahr ist Dorsey zurück. Aber man kann nicht erkennen, ab wann eine Besserung einsetzt, die die Investoren glücklich macht“, sagte Patrick Moorhead von Moor Insights & Strategy.

In der jüngeren Vergangenheit hat Twitter seine Nutzerzahlen kaum noch steigern können. Das Unternehmen steht auch unter dem Druck verstärkter Konkurrenz von Facebook und Google. Facebook legt seine aktuelle Quartalsbilanz am Mittwochabend nach US-Börsenschluss vor.

Mitte Juni hatte Twitter mitgeteilt, beim Berliner Musikdienst Soundcloud einzusteigen. Laut dem Technologie-Onlineportal Re/Code hat Twitter rund 70 Millionen Dollar in das 2008 gegründete Startup investiert. Bei Soundcloud können Nutzer Musik und andere Audiodateien hochladen und sie teilen.

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