Berlusconi wird Märtyrer und geht ins Gefängnis

Der frühere italienische Premier Berlusconi will weder unter Hausarrest gestellt werden noch Sozialarbeit leisten. Er will ins Gefängnis gehen. Berlusconi „werde keinerlei andere Weise akzeptieren, die Strafe abzusitzen“, sagte eine Vertraute des ehemaligen Premiers, der in letzter Instanz der Steuerhinterziehung für schuldig gesprochen wurde.

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Eines kann Berlusconi auf jeden Fall: sich in Szene setzen. Nachdem der Medien-Mogul vergangene Woche in letzter Instanz der Steuerhinterziehung für schuldig gesprochen wurde, kamen am Montag enge Mitarbeiter Berlusconis zusammen. Im Anschluss daran wurde klar gemacht, dass Berlusconi ins Gefängnis gehen werde.

Er werde weder seine Strafe unter Hausarrest absitzen noch Sozialarbeit leisten, sagte Berlusconi. Auch die enge Vertraute des ehemaligen Premiers, Daniela Santache, bestätigte dies nach dem Treffen am Montag. „Ich bin gut, ich bin kein Verbrecher oder Flüchtling“, zitiert Corriere della Serra Berlusconi. „Im Gegensatz zu anderen Politikern, die ins Fadenkreuz der Justiz gerieten, kann ich auf die Straße gehen und sehen, wie die Menschen mir zujubeln und applaudieren.“

Indes planen die Berlusconi unterstützenden Abgeordneten schon etwas neues, um Berlusconi doch noch zu unterstützen. Sie wollen ein unter Montis Technokraten-Regierung verabschiedetes Gesetz aufweichen. Dieses Gesetz sieht nämlich eigentlich vor, dass Politiker, die rechtmäßig zu mehr als zwei Jahren Haft verurteilt wurden, nicht mehr Parlamentsmitglieder sein dürfen. Theoretisch gilt das Monti-Gesetz jedoch nicht für Verbrechen, die vor Verabschiedung des Gesetzes begangen worden sind, also vor Dezember 2012. Das könnte Berlusconi helfen, weiterhin Politik zu machen.

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