Indien verbietet den Import von Goldmünzen

Die indische Zentralbank hat ab sofort den Import von Goldmünzen untersagt. So will sie die Währung des Landes stabilisieren. Eine Importsteuer konnte die massive Goldnachfrage der Inder nicht zügeln.

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In den vergangenen Monaten hatte Indien die Importsteuer auf Gold immer weiter erhöht, um die Bürger vom Goldkauf abzubringen. Da die Inder dennoch massiv Gold kaufen, hat die Zentralbank den Import von Goldmünzen nun komplett untersagt.

„Der Import von Gold der Form von Münzen oder Gedenkmünzen ist nun verboten“, so die indische Zentralbank in einer Mitteilung. Der Import von Gold zur Herstellung von Schmuck ist weiterhin zulässig. Ein Verbot wäre in der indischen Kultur auch schwer durchsetzbar. Denn Gold ist tief in der indischen Kultur verankert.

Bei Goldimporten für Schmuck fällt weiterhin eine Importsteuer von 8 Prozent an. Doch die Steuer hat der indischen Regierung keinen Erfolg gebracht, der Goldschmuggel boomt, die Goldnachfrage hält an. Im zweiten Quartal kauften die Inder mehr als doppelt so viele Goldmünzen und Goldbarren wie ein Jahr zuvor (mehr hier).

Die indischen Juweliere müssen schon jetzt einen Aufschlag für Gold zahlen, da die Zentralbank die Goldimporte streng reguliert. In der Festival-Saison ab Herbst wird in Indien nun ein Goldmangel befürchtet. Der Aufschlag auf das Gold könnte dann auf 25 Dollar pro Unze ansteigen.

Gold ist nach Öl die zweitgrößte Importware Indiens. Der massive Anstieg der Goldimporte hatte die Rupie geschwächt und das indische Leistungsbilanzdefizit in die Höhe schießen lassen. Dem versucht die Zentralbank nun mit dem Importverbot entgegenzuwirken, nachdem die Goldsteuer nicht gewirkt hat. Anfang August verhängte das Nachbarland Pakistan sogar ein vorübergehendes komplettes Importverbot für Gold (hier).

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