Fukushima: Betreiber Tepco gesteht schwere Kontaminierung des Meeres

Ein neues Leck an den Auffangbehältern für radioaktives Wasser in Fukushima führt dazu, dass hunderte Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser in den Pazifik fließen. Der japanische Betreiber des havarierten Atomkraftwerkes gestand am Dienstag erstmals die Kontaminierung. Zwölf Mitarbeiter erlitten überhöhte Strahlungswerte. Südkorea fordert mehr Transparenz.

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Die japanische Betreiberfirma Tepco des havarierten Atomkraftwerkes in Fukushima hat bestätigt, dass radioaktiv verseuchtes Wasser in den Pazifik fließt. Ein neues Leck an den provisorisch aufgestellten Auffangbecken nahe den Reaktoren im Atomkraftwerk Fukushima entlässt Wasser mit einer extrem hohen radioaktiven Strahlung.

Bereits vor zwei Wochen wurden Meldungen über den Austritt des verseuchten Wassers bekannt. Tepco dementierte diese Berichte bislang (mehr hier). Nun wurde die Kontaminierung des Pazifiks bestätigt. Die Aufsichtsbehörde spricht von einem „ernsten Störfall“. In Pfützen seien Strahlungswerte von 100 Millisievert gemessen worden, berichtet Reuters.

Dieser Wert ist sei „riesengroß“, sagte Nuklearchemiker Michiaki Furukawa. Innerhalb einer Stunde bekämen Menschen ohne Schutzanzug das Fünffache der maximal erlaubten Jahresbelastung an radioaktiver Strahlung ab. Bereits nach wenigen Stunden, in denen Menschen so einem hohen Strahlenwert ausgesetzt sind, würden ernsthafte gesundheitliche Beeinträchtigungen eintreten. Diese reichten von Übelkeit bis hin zu der Zerstörung von weißen Blutkörperchen.

Die Reaktorkatastrophe in Fukushima ist das folgenschwerste Atomunglück seit Tschernobyl im Jahr 1986. Unmittelbar nachdem ein Erdbeben und ein Tsunami zu dem Ausfall des Kühlsystems und der Kernschmelze von drei Reaktoren geführt hat, herrschte die höchstmögliche Sicherheitsstufe (7). Das neueste Leck wird von der Aufsichtsbehörde als Sicherheitsstufe 1 eingestuft.

Die Betreiberfirma Tepco gerät immer mehr in die Kritik. Stromausfälle und austretendes Wasser sind nur einige der Pannen, mit denen Tepco umgehen muss. Im August mussten zwölf Mitarbeiter die Arbeit am Atomkraftwerk abbrechen, weil sie einer erhöhten Strahlung ausgesetzt waren. Deren genaue Ursache ist jedoch weiterhin unklar. Tepco will trotz der Zwischenfälle die anfälligen Behälter zum Auffangen des verseuchten Wassers weiterhin verwenden.

Die Rufe nach Transparenz werden lauter. Das südkoreanische Außenministerium hat Tepco dazu aufgefordert, alle Schritte publik zu machen, die dazu beitragen sollen, die Kontaminierung des Pazifiks zu verhindern.

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