Ölpreis: Syrien-Krieg treibt Indien in den Zusammenbruch

Die rasante Abwertung der indischen Rupie setzt Indien unter Druck. Und der drohende Syrien-Krieg treibt die Ölpreise in die Höhe. Als Öl-importierendes Land ist Indiens Wirtschaft extrem abhängig vom Ölpreis. Zusammen mit dem Fall der Rupie kann der gestiegene Ölpreis Indien massiv gefährden.

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Am Mittwoch verzeichnete die indische Rupie den schlimmsten Tag seit fast zwei Jahrzehnten. Wieder sank die Währung mit rasantem Tempo.  Fast vier Prozent verlor sie gegenüber dem Dollar. Zwischenzeitlich kostete ein Dollar 68,75 Rupien. Die Interventionen der indischen Zentralbank konnten bisher nichts an dieser Entwicklung ändern.

„Es ist atemberaubend“, mit welcher Geschwindigkeit die Rupie an Wert verliert, sagt Shubhada Rao, Chefökonom der „Yes Bank“ in Mumbai. „Ich verfolge die Märkte seit 23 Jahren, aber ich habe so etwas noch nie gesehen“, zitiert ihn die FT.

Doch nicht nur die Währung bereitet der indischen Regierung derzeit Sorgen. Indien ist ein Öl-importierendes Land und als solches stark abhängig von den Ölpreisen. Diese waren in den vergangenen Tagen allerdings angesichts des drohenden Syrienkrieges stark gestiegen. Am Mittwoch  kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent für eine Lieferung im Oktober teilweise 116,61 US-Dollar. Der Preis für ein Fass der Sorte WTI lag bei  110,10 Dollar.

Am Donnerstagmorgen sind zwar die Preise für beide Sorten leicht zurückgegangen. Doch der Ölpreis ist insgesamt noch höher als vor drei Wochen. Im August war der Preis für Brent beispielsweise um 8,3 Prozentpunkte nach oben geschossen, der für WTI um 4,9 Prozentpunkte. Angesichts des massiven Wertverfalls der Rupie stellen diese steigenden Ölpreise entsprechend ein großes Risiko für Indien dar. Das Leistungsbilanzdefizit droht sich zu weiter zu verschlechtern. Die indische Wirtschaft stagniert derzeit.

Die Entwicklungen stellen entsprechend auch die Umsetzbarkeit der politischen Ankündigungen der vergangenen Tage in Frage. Im Kampf gegen den Hunger hat die indische Regierung ein immenses Ernährungsprogramm verabschiedet, das die Ernährung von 820 Millionen Menschen sicherstellen soll. Aber es gibt nicht genügend Lebensmittelvorräte. Die Finanzierung des 16 Milliarden Euro-Projektes ist bis jetzt nicht geklärt.

Indes versucht die indische Regierung, die Finanzmärkte zu beruhigen. „Niemand wird leugnen, dass Herausforderungen da sind, aber das sollte uns nicht lähmen“, sagt der Handelsminister Anand Sharma. „Es gibt keinen Grund zur Panik. Die indische Wirtschaft ist stark.“

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