Banken wollen Daten der Kunden weltweit vernetzen

Die Staaten verlangen von den Banken das Sammeln, Speichern und Analysieren von Kundendaten. Nun wollen die Banken die Daten aller Kunden weltweit vernetzen. Damit wird im Ernstfall der Zugriff auf die Bank-Konten der Kunden schneller und effizienter möglich - etwa im Fall eines Banken-Crashs.

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Nachdem die Großbank HSBC bereits eine Milliardenstrafe wegen Geldwäsche zahlen musste, sollen die Regulierungen nun besser eingehalten werden: gemeinsam mit den anderen Banken. (Foto: Flickr/justDONQUE.images/CC BY 2.0)

Nachdem die Großbank HSBC bereits eine Milliardenstrafe wegen Geldwäsche zahlen musste, sollen die Regulierungen nun besser eingehalten werden: gemeinsam mit den anderen Banken. (Foto: Flickr/justDONQUE.images/CC BY 2.0)

Um Kosten zu sparen, verhandeln Großbanken wie HSBC und Morgan Stanley über die Einführung branchenumfassender Dienste zur Überprüfung der Bankkunden. Diese sind ihnen im Rahmen des Kampfes gegen Geldwäsche und Terrorismus vorgeschrieben.

Am Montag kündigen die Finanzdienstleister Genpact und Markit den ersten branchenweiten Dienst zur Überprüfung neuer Kunden und zur Verwaltung von Kundenprofilen an, berichtet die FT. HSBC und Morgan Stanley werden mit den beiden Dienstleister bei der Errichtung des Dienstes zusammenarbeiten. So sollen Kosten reduziert und die Einhaltung der neuen Finanzmarkt-Regulierungen verbessert werden.

Vor weniger als einem Jahr musste HSBC in den USA wegen Geldwäsche eine Strafe von 1,9 Milliarden Dollar zahlen. Die globalen Banken wollen Kosten für die Verletzung sogenannter Kenne-deinen-Kunden-Regulierung vermeiden. Diese Regulierungen zwingen die Banken zur Datensammlung, mit deren Hilfe riskante und verdächtige Kunden identifiziert werden sollen. Das Ziel dabei ist nach Angaben der Regulierer der Kampf gegen Geldwäsche und gegen die Finanzierung des Terrorismus.

Die Kosten des vorgeschriebenen Datensammelns und der Datenverwaltung sind hoch. Daher wollen die Banken die Verwaltung der Kundendaten nun vernetzen. Sie wollen die Verwaltung outsourcen, sodass sie alle auf die Daten der Kunden zugreifen können, diese aber an einer Stelle zentral verwaltet werden. Es wird sogar darüber nachgedacht, das Sammeln der Daten und die Risikobewertung komplett an einen Dritten abzugeben.

Damit können die Staaten im Ernstfall sehr effizient Zugriff auf die Konten der Kunden erhalten. Dies könnte etwa im Fall einer Zwangsabgabe bei einem Banken-Crash von großem Nutzen sein. Durch die globale Vernetzung der Banken wird so eine Flucht vor dem Zugriff des Staates immer schwieriger.

Private Firmen sind heute schon vielfach Partner der Staaten bei der Erhebung von Daten. Diese Firmen machen mit den Daten Geschäft – und haben sich aus wirtschaftlichem Interesse den Vorschriften der Staaten zu unterwerfen (mehr dazu hier).


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