Softdrinks: Hauptursache für Übergewicht und Diabetes

Etwa 400 Millionen Menschen leiden weltweit an Diabetes Typ 2 und Übergewicht. Übermäßiger Zuckerkonsum ist eine der Ursache. Vor allem Soft Drinks stehen dabei im Vordergrund. Das kostet die Gesundheitssysteme jährlich fast 500 Milliarden Dollar.

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Der Konsum von Zucker hat in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen. In nahezu allen Lebensmitteln ist Zucker enthalten, vor allem Soft Drinks sind voll damit. Also genau die Drinks, die sehr gern von Kindern und Jugendlichen getrunken werden. Der massive Zuckerkonsum hat enorme Auswirkungen auf die Gesundheit und die Gesundheitssysteme der einzelnen Länder.

Derzeit leiden knapp 400 Millionen Menschen an Typ-2-Diabetes, 4,8 Millionen Menschen sterben jährlich an dieser Erkrankung. 20 Prozent der Weltbevölkerung leiden an Fettleibigkeit. In Deutschland sind es 14,7 Prozent der Erwachsenen, in den USA sogar 33,8 Prozent.

Softdrinks haben physische und psychische Auswirkungen

90 Prozent der praktizierenden Allgemeinärzte in Europa, Asien und den USA sehen einen Zusammenhang zwischen diesen beiden Krankheiten und dem übermäßigen Zuckerkonsum, wie  eine aktuelle Studie von Credit Suisse zeigt. 17 Teelöffel an zugesetztem Zucker nehmen wir durchschnittlich jeden Tag zu uns. Die USA sind mit Abstand das Land mit dem größten Zuckerkonsum. Hier sind es 40 Teelöffel pro Tag. Brasilien, Argentinien und Australien belegen die Plätze dahinter.

Vor allem der Konsum von Softdrinks ist in diesem Zusammenhang wichtig. Credit Suisse zufolge kommen 43 Prozent der zugesetzten Zuckerarten in unserer Ernährung von gesüßten Getränken. Eine Dose Softdrink enthält im Durchschnitt acht Teelöffel Zucker. Da der Zucker in flüssiger Form aufgenommen werde, stelle sich kein Sättigungsgefühl ein.

Eine Studie des Yale Rudd Centers zeigt, dass US-Bürger heute doppelt so viele Soft Drinks  (Cola, Limonade, etc.) zu sich nehmen wie noch 1971. Eineinhalb Dosen trinkt der Amerikaner im Schnitt jeden Tag. Das entspricht durchschnittlich 196 Liter pro Jahr – durchschnittlich. In Deutschland sind es durchschnittlich 120 Liter an Erfrischungsgetränken gewesen, die 2011 im Schnitt pro Person getrunken werden, so das Robert-Koch-Institut.

Das Trinken von Soft Drinks hat jedoch nicht nur negative Auswirkungen auf das Körpergewicht und die körperliche Gesundheit. Eine Studie aus diesem Jahr zeigt, dass der Konsum von Soft Drinks bei Kindern zu Verhaltensproblemen führt. Aggressivität, Rückzugsverhalten und Aufmerksamkeitsstörungen kamen bei den Untersuchungen von 3.000 Fünfjährigen aus den USA zum Vorschein.

Gefahr durch Light-Getränke

In den vergangenen fünf Jahren haben sich aber auch die Diät-Soft-Drinks durchgesetzt. Zu einer Cola Light greifen diejenigen, die auf das Soft Getränk nicht verzichten wollen, aber weniger Zucker zu sich nehmen möchten. Die Süßstoffe sollen helfen. Aber auch die Light-Produkte sind nicht ohne Risiko.

Wissenschaftler des französischen Forschungsinstituts INSERM fanden heraus, dass Light-Drinks potentiell sogar noch ungesünder seien als normale Soft DrinksFür die Studie wurden seit 1993 Daten von über 66.000 Frauen ausgewertet. Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass die Frauen, die Soft Drinks (light und nicht light) konsumierten, ein  höheres Diabetes-Risiko hatten. Und bei den Frauen, die Light Soft-Drinks tranken, war das Risiko sogar höher als bei denjenigen, die normale Soft Drinks zu sich genommen hatten. Bei Frauen, die einen halben Liter „Light“ pro Woche trinken, erhöht sich das Risiko schon um 15 Prozent.

Einzige Lösung: Besteuerung

In jedem Fall aber ist der weltweite Zuckerkonsum alarmierend. Der Konsum von Zucker stieg innerhalb von 30 Jahren um immerhin 45 Prozent. Für das weltweite Gesundheitssystem heißt das jährliche Kosten in Höhe von etwa 470 Milliarden Dollar. Das entspricht in etwa zehn Prozent der gesamten Kosten des Gesundheitswesens. Setzt sich diese Entwicklung fort könnten 2020 bereits 500 Millionen Menschen an Typ-2-Diabetes leiden. Jährliche Kosten von 700 Milliarden Dollar kämen auf das Gesundheitswesen zu.

„Nachdem wir die Argument dafür und dagegen abgewogen haben, glauben wir das eine Besteuerung der beste Ansatz wäre“, heißt es in der Studie der Credit Suisse. „Das würde den Konsum verringern und gleichzeitig die öffentliche Hand dabei unterstützen, die sozialen und medizinischen Kosten bewältigen zu können.“

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