Banken warnen: Der Crash am Aktien-Markt kommt

Wall Street Manager warnen vor einer Überbewertung der Aktienmärkte. Sie sehen Anzeichen für eine Blasenbildung an den Aktien-, Anleihe- und Immobilienmärkten. Die Fed könne unmöglich aus der Politik des billigen Geldes aussteigen, ohne einen Crash auszulösen. China zieht sich bereits aus dem Dollar zurück.

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Das Jahr 2013 war bisher ein gutes Jahr für die Wall Street. Der Dow Jones legte 22 Prozent zu, doch die warnenden Stimmen mehren sich, die dieses Wachstum nur auf der Geldpolitik der Federal Reserve Bank (Fed) begründet sehen. Dazu gehören unter anderem Thomas Kee und Peter Schiff.

Thomas Kee, CEO von Stock Traders Daily, warnt vor einer massiven Überbewertung der amerikanischen Börse. Er analysierte das tatsächliche Wachstum des Dow Jones. Dazu fokussierte er sich auf den Dow Industrial Average und errechnete eine durchschnittliche Ertragssteigerung pro Aktie (EPS) von 2,61 Prozent. Dieser würde den 22 Prozent Anstieg des Dow Jones in keinem Fall rechtfertigen. Einziger Grund für den Höhenflug der Börsen sei die Geldschwemme der Fed, sagt Kee in seinem Artikel für CNBC.

„Jeder, der Ihnen sagt, der Stimulus der Fed würde den Aktienmarkt nicht direkt beeinflussen, liegt absolut falsch. […] Wenn Sie also in den Dow investieren, gehen Sie sicher, dass Sie wissen, was sie tun. Denn wenn die Musik aufhört zu spielen, wenn Änderungen der Geldpolitik zu einem Ausbleiben von Liquidität führen, dann wollen Sie nicht ohne Stuhl dastehen.“, so Kee.

Peter Schiff, CEO von Euro Pacific Capital, sieht zudem eine „gefährliche kollektive Selbsttäuschung“ an den Finanzmärkten. Er bezieht sich dabei auf die Annahme vieler Investoren, die Federal Reserve Bank (Fed) würde im kommenden Jahr aus ihrem geldpolitischen Programm „Quantitative Easing“ (QE) aussteigen. Schiff hingegen meint, dieser Punkt werde nie kommen. Seiner Meinung nach befindet sich die Fed auf einer „Mission Impossible“ und könne nicht aus dem QE-Programm aussteigen, ohne eine erneute schwere Rezession zu riskieren.

„Herdenmentalität kann genauso frustrierend wie unerklärlich sein. Sobald eine Menschenmenge anfängt sich zu bewegen, ist der Schwung alles, was zählt und klare Anzeichen und Warnungen werden häufig komplett ignoriert.“, sagt Schiff in seinem Artikel auf Real Clear Markets.

Im Rahmen der „Quantitativen Lockerung“ kauft die Fed monatlich für 85 Milliarden US-Dollar amerikanische Staatsanleihen und Hypotheken-Papiere auf. Zudem hat sie die Leitzinsen nahe Null gesenkt, was den Geschäftsbanken Zugang zu billigem Zentralbankgeld gewährt. Dabei handelt es sich im Kern um eine Umverteilung hin zu den Großbanken, wie der ehemalige Fed-Banker Andrew Huszar zugab (mehr hier).

Fed-Chef Bernanke hält die Investoren durch vage Äußerungen in dem Glauben, dass der Aufkauf der Staats- und Hypothekenpapiere bald ein Ende haben könnte. Letzte Woche veröffentlichte die Fed erneut ein Sitzungsprotokoll, aus dem manche Investoren eine Reduktion der Anleihekäufe für Dezember oder spätestens März herausgelesen haben wollen. Schiff zufolge sei dort „nicht eine einzige belastbare Aussage enthalten“, die diesen Schluss zulasse.

Geblendet von dieser kollektiven Selbsttäuschung, ignorierten die weltweiten Aktienmärkte dann auch eine weitreichende Aussage der Zentralbank von China.

„Es liegt nicht länger im Interesse Chinas, seine Devisen-Reserven aufzustocken.“, sagte Yi Gang, leitender Gouverneur der Zentralbank von China, wie Bloomberg berichtet. China ist mit 3,66 Billionen US-Dollar der größte Halter der amerikanischen Währung und zudem der größte Kreditgeber der USA mit mehr als einer Billion US-Dollar.

„Der Hinweis, dass China nicht länger amerikanische Staatsschulden anhäufen könnte, wäre gleichbedeutend mit der „Mutter aller Reduktionen“ und könnte eine klare und gegenwärtige Bedrohung für die amerikanische Wirtschaft darstellen. Aber die Geschichte war den amerikanischen Medien kaum eine Erwähnung wert.“, so Schiff.

Die Folgen von QE seien überall schichtbar. So zeigten die Aktien-, Anleihe- und Immobilienmärkte schon Anzeichen für eine Blasenbildung. Dennoch deute vieles auf eine Fortsetzung oder sogar eine Verstärkung der bisherigen Geldpolitik hin.

„Wenn es zum Thema Reduzierung kommt, bellt die Fed nur, beißt aber nicht. Tatsächlich sagte Dennis Lockhardt, Präsident der Federal Reserve Bank von Atlanta, letzte Woche, dass die Fed ihre Anleihekäufe nicht reduzieren werde, bevor die Wirtschaft nicht bereit dafür sei. Er sollte wissen, dass die Wirtschaft niemals bereit dafür sein wird. Das ist, als würde ein Drogensüchtiger sagen, dass er aufhört Drogen zu nehmen, wenn er sie nicht länger braucht um high zu werden.“, sagt Schiff.

Aber die Märkte verstünden nicht, dass es für die Fed kein Zurück mehr gebe aus der Politik des billigen Geldes. Ihre Selbsttäuschung zeige sich in überbewerteten Aktien für die neuesten Social Media Dienste. Sie zeige sich im Kursverfall von Gold und anderen Inflationsabsicherungen. Und schließlich in der gegenseitigen Ermutigung, die Risiken, die für alle erkennbar sind, einfach zu ignorieren, so Schiff.

„Das ist aber nicht ungewöhnlich in der Wirtschaftsgeschichte. Wenn der Spuk vorüber ist und die Märkte sich wieder der Realität annähern, werden wir uns alle am Kopf kratzen und uns fragen wie wir uns nur so verleiten lassen konnten.“


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