Massenprotest: Thailands Regierungschefin muss vor Demonstranten fliehen

Thailands Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra musste vor Demonstranten in Sicherheit gebracht werden. Diese stürmten das Gelände, auf dem sich Yingluck aufhielt. Bei den Protesten gegen die Regierung wurden bereits zwei Menschen getötet und Dutzende verletzt. Die Ausschreitungen sind die schwersten seit drei Jahren.

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In Thailand ist Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra am Sonntag vor aufgebrachten Regierungsgegnern in Sicherheit gebracht worden. Nach Auskunft eines Mitarbeiters der Regierungschefin stürmten Demonstranten in der Hauptstadt Bangkok das Gelände eines Sportclubs der Polizei, wo sich Yingluck aufhielt. Sie habe das Gebäude wohlbehalten verlassen und sei an einen anderen Ort gebracht worden.

Ein Reuters-Augenzeuge berichtete, am Regierungssitz, in dem sich Yinglucks Büro befindet, habe die Polizei Tränengas auf Protestierende gefeuert. Die Demonstranten versammelten sich an mehreren Orten in der Hauptstadt. Ihr Ziel ist es, die Regierung zu stürzen. Für diesen Sonntag planten sie die Stürmung staatlicher Einrichtungen.

Bei Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern von Yingluck ist am Sonntag in Bangkok erneut ein Mensch getötet worden. Offiziellen Angaben zufolge starb der 43-jährige Regierungs-Befürworter an seinen Schussverletzungen. Der Vorfall ereignete sich unweit des Sportstadions, in dem sich Tausende Anhänger der Regierungschefin versammelt hatten.

In der Nähe war bereits am Vortag ein Mensch erschossen worden. Dutzende Demonstranten wurden den Rettungsdiensten zufolge verletzt. Die Lage in Bangkok ist seit Tagen äußerst angespannt. Für Sonntag planen die Regierungsgegner eine Ausweitung ihrer Massenproteste und die Stürmung mehrerer staatlicher Einrichtungen (mehr hier).

Die 46-jährige Yingluck ist die Schwester des 2006 gestürzten und wegen Korruption verurteilten Ex-Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra. Die Demonstranten werfen Yingluck vor, sie sei nur eine Marionette ihres Bruders, der vor einer Haftstrafe ins Ausland geflohen war, und fordern ihren Rücktritt.

Die aktuellen Proteste sind die größten seit den Unruhen im April und Mai 2010, die das gesamte Land ergriffen hatten und am Ende vom Militär niedergeschlagen wurden. Dabei wurden 91 Menschen, überwiegend Thaksin-Unterstützer, getötet.

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