Keine Ausschreibung: Mehdorn muss teure Berater feuern

Hartmut Mehdorn, Chef des Berliner Chaos-Flughafens, muss eine Riege teurer Berater feuern, die er selbst angestellt hatte, um eine Teil-Eröffnung von BER zu überprüfen. Mehdorn hätte die Stellen europaweit ausschreiben müssen. Für den Probebetrieb müssen die Passagiere weiter in Gummistiefeln und mit Helmen durch den Flughafen laufen.

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Peinliche Panne beim Personalmanagement von Hartmut Mehdorn: der Flughafenchef des umstrittenen Berliner Großflughafens BER muss seine selbst auserwählten Berater wieder entlassen. Mehdorn hätte die im Mai besetzten Stellen europaweit ausschreiben müssen. Das ist nicht geschehen. Um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden muss Mehdorn nun bis zu 10 Stellen neu ausschreiben.

„Das ist ein schwerer Schlag für das Projekt ‚Sprint‘ von Herrn Mehdorn. Und offensichtlich auch ein selbst verschuldeter Fehler, der im Bereich Management liegen muss“, sagte Martin Delius von der Piratenfraktion dem Deutschlandfunk.

Nach europäischem Recht muss eine Dienstleistung, die mehr als 400.000 Euro im Jahr kostet, zwingend auf europäischer Ebene ausgeschrieben werden. Die Dienstleistung, die Hartmut Mehdorn von etwa zehn Beratern abgerufen hat, kostet jedoch 750.000 Euro. Ohne Ausschreibung sind die Berater rechtswidrig beschäftigt.

Mehdorns Krisenprogramm „Sprint“, mit dem er die Teileröffnung des teuren Flughafens vorantreiben will, wird dadurch vorerst ausgebremst.

Im Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses zum Flughafen-Debakel versuchen Befürworter die Teileröffnung durchzusetzen. Jedoch müsse man zum Zeitpunkt des Probebetriebs noch immer „in Gummistiefeln und mit Helmen durchs Gebäude“ laufen, so Delius. Das zeige, dass beim BER noch immer Ausnahmezustand herrsche.

Die Baustelle des Großflughafens kostet den Steuerzahler jeden Monat 35 Millionen Euro (mehr hier). Wann der Flughafen eröffnet wird, weiß niemand.

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