Italiener protestieren gegen Sparpolitik

In mehreren Städten Italiens gab es massive Proteste gegen Steuererhöhungen, Banken und Arbeitslosigkeit. In Turin besetzten Demonstranten den Bahnhof. Die Polizei setzte Tränengas ein. Auch in anderen Städten protestierten Tausende gegen die Regierung.

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Bei Protesten in Turin kam es zu Zusammenstößen zwischen den Demonstranten und der Polizei. Einige Demonstranten warfen Steine auf den Sitz der Lokalregierung, woraufhin die Polizei Tränengas einsetzte. (Foto: facebook)

Bei Protesten in Turin kam es zu Zusammenstößen zwischen den Demonstranten und der Polizei. Einige Demonstranten warfen Steine auf den Sitz der Lokalregierung, woraufhin die Polizei Tränengas einsetzte. (Foto: facebook)

Bei Protesten gegen Steuererhöhungen, Banken und Arbeitslosigkeit hat die italienische Polizei am Montag Tränengas gegen Tausende Demonstranten eingesetzt. In Turin im Norden des Landes besetzten Bauern, Lkw-Fahrer und Arbeitslose im Hauptbahnhof die Gleise. Zudem versammelten sich mehr als 2.000 Demonstranten vor dem Sitz der Lokalregierung Piemonts und der Steuerbehörde „Equitalia“.

Auch in anderen Städten im Norden und auf Sizilien protestierten Anhänger der sogenannten „Mistgabel-Bewegung“ gegen Sparmaßnahmen der Regierung. Die Bewegung wurde ursprünglich von sizilianischen Bauern getragen, die mehr Hilfe von der Regierung verlangten. Inzwischen haben sich ihr im ganzen Land Menschen angeschlossen, die mit der Politik nicht einverstanden sind.

Die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone steckt in der längsten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei mehr als 40 Prozent. Die Zahl der Firmenpleiten ist im Vergleich zum Vorjahr um fast 10 Prozent gestiegen.

Der neue Chef der italienischen Sozialisten Matteo Renzi forderte kürzlich, dass die Maastricht-Defizitgrenze von 3 Prozent abgeschafft wird. Brüsseler Bürokraten dürften nicht verhindern, dass Italien höhere Defizite macht (mehr hier).

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