US-Börsenaufsicht nervös: Riskante Wetten in Höhe von 55 Billionen Dollar gefunden

Die US-Börsenaufsicht gesteht Fehler bei der Berechnung des Swap-Markts. Dieser könnte bis zu 55 Billionen Dollar größer sein, als bisher gedacht. Verantwortlich für die Panne sind Programmierfehler. Die Aufseher haben den Überblick über den Derivate-Markt verloren, den sie eigentlich regulieren wollen.

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Die US-Börsenaufsicht CFTC hat die Größte des Swap-Marktes bisher deutlich zu gering angegeben. Diese komplexen Finanzinstrumente spielten eine bedeutende Rolle während der Finanzkrise 2008. Die CFTC macht technische Fehler für die falschen Zahlen verantwortlich.

Die Aufsichtsbeamten sind nicht sicher, wie groß die Fehler in ihren bisherigen Zahlen sind. Die Abweichung könne bis zu 55 Billionen Dollar betragen, zitiert das WSJ einen mit der Angelegenheit vertrauten Beamten.

In ihrem wöchentlichen Bericht führt die CFTC den Fehler unter anderem auf ein „technisches Programmierproblem“ zurück. Dadurch seien die Werte bei den Zins-Zertifikaten zu gering angegeben worden. Bis zum nächsten Bericht am kommenden Donnerstag sollen die Fehler ausgebessert sein.

Die CFTC schätzt die Größte des Swap-Marktes bisher auf 390 Billionen Dollar. Das ist mehr als fünfmal so viel wie das BIP der gesamten Welt. Swaps sind neben den Optionsgeschäften eine mögliche Form der Derivate. Mithilfe von Swaps können Marktteilnehmer sich gegen Risiken absichern oder Wetten auf die Wertentwicklung verschiedener Vermögenswerte abschließen.

Erst seit November berichtet die CFTC jede Woche die Größte des Swap-Marktes. Der Fehler in den Daten komme auch daher, dass bei der Behörde nur zwei Beamte an dem aufwendigen Bericht arbeiten, so die CFTC. Man sei chronisch unterfinanziert.

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