Das Ende des Konsum-Rauschs: Österreicher verlieren Kaufkraft

In Österreich geht mit 2013 ein wirtschaftlich enttäuschendes Jahr zu Ende. Die Wirtschaft wuchs kaum, die Arbeitslosigkeit stieg kräftig. Jeder dritte Österreicher hat weniger Geld zur Verfügung als noch vor einem Jahr. Die Kaufkraft sinkt wieder – vor allem bei den über 50-Jährigen.

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2013 entwickelte sich das BIP mit real + 0,3 Prozent am schwächsten seit der Krise 2008/09. Das geringe Wachstum spüren die Haushalte deutlich. Die Zahl der Arbeitslosen stieg um über 30.000, die Arbeitslosenquote erhöhte sich um fast 1 Prozentpunkt.

Die Nettolohnsumme stieg 2013 um 2,3 Prozent, die Inflation von 2 Prozent senkte die Kaufkraft der Einkommen allerdings beträchtlich, so das österreichische Wirtschaftsforschungsinstitut:

„Angesichts der enttäuschenden Einkommensentwicklung und der erhöhten Arbeitsplatzunsicherheit waren die privaten Haushalte 2013 in ihren Konsumausgaben sehr zurückhaltend … Insgesamt schrumpfte der reale Konsum.“

Auch die Unternehmen durchliefen 2013 eine schwierige Phase: Die durch das BIP gemessene gesamtwirtschaftliche Produktion stieg 2013 real um nur 0,3%. Das drückte die Investitionen, sie verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um real 1,4 Prozent.

Die Österreicher spüren die Folgen des geringen Wachstums bereits. Nach eigenen Angaben hat knapp ein Drittel der Österreicher derzeit weniger Geld zur Verfügung als noch vor einem Jahr. Die Kaufkraft sinkt mit zunehmendem Alter. Mehr als ein Drittel aller über 50-Jährigen hat weniger Geld zur Verfügung als im Vorjahr. Nur 15 Prozent schätzen ihr verfügbares Geld höher ein als 2012, so eine Studie der Generali.

Die größten Verlierer sind die Banken. 18 Prozent der Österreicher geben an, nächstes Jahr weniger Geld ansparen zu können beziehungsweise zu wollen. 2012 sagte das nur jeder Zehnte.

Das größte Einsparungspotenzial sehen die unter 30-Jährigen beim Alkohol mit 24 Prozent.

2014 wird für Österreich schwierig. Es wird das Jahr mit der höchsten jemals gemessen Arbeitslosigkeit. Die schwache Konjunktur, das Arbeitskräfteplus durch die Öffnung des Arbeitsmarktes nach Osten und Firmenpleiten setzten den Arbeitsmarkt unter Druck (mehr hier).

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