Erdoğan nervös: Botschafter in wichtigen Ländern ausgetauscht

Der türkische Premier vertraut seinen Diplomaten nicht mehr. In einer großen Rochade wurde die Botschafter in zahlreichen Staaten abberufen. Der türkische Botschafter in Berlin darf vorerst noch weitermachen.

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Nicht nur in den Reihen der türkischen Polizei gibt es dieser Tage umfassende Veränderungen. Auch in internationalen Diplomatenkreisen dreht sich das Rad. Zwei türkische Botschafter werden von Japan abgezogen. Sie sollen die Türkei zukünftig in den Vereinigten Staaten bzw. im Vereinigten Königreich vertreten. Doch damit nicht genug: In diesem Jahr erfolgt ein umfangreicher Austausch diplomatischer Vertretungen.

Mehr als 1000 türkische Polizisten wurden im Zuge des Korruptionsskandals bisher von ihren ursprünglichen Posten abgezogen und versetzt. Völlig aus dem Blick gerät dabei das internationale Personalkarussell der Türkei. Zwei vormalige Botschafter von Japan, Serdar Kılıç und Abdurrahman Bilgiç, werden zukünftig in den Vereinigten Staaten und im Vereinigten Königreich als Vertreter tätig sein. Beide gelten als besonders erfahren im Umgang mit westlichen Ländern.

Der zukünftige Botschafter in London, Bilgiç, ist gegenwärtig als Untersekretär für auswärtige Beziehung beim türkischen Geheimdienst (MİT) tätig. Bilgiç wird den langjährigen Botschafter Ünal Çeviköz ersetzen. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet. Auch der gegenwärtige Botschafter Tokios, Serdar Kılıç, war vorher in einem Organ für innere Sicherheit zuständig. Er bekleidete das Amt des Generalsekretärs des Nationalen Sicherheitsrates MGK in der Türkei.

Die Botschafter der Auslandsvertretungen in der Schweiz, Italien, Litauen, Bosnien-Herzegowina, der Elfenbeinküste, dem Sitz der UNESCO in Paris, Mali und Mauretanien werden ebenfalls ausgetauscht. Keiner dieser designierten Botschafter war zuvor in einem Sicherheitsorgan tätig.

Zuletzt waren die diplomatischen Beziehungen zwischen der Türkei und den USA deutlich angespannt. Ende Dezember gab die US-Administration einen Warnschuss in Richtung Türkei. Die bilateralen Beziehungen dürften nicht für die türkische Innenpolitik instrumentalisiert werden. Nachdem Premier Recep Tayyip Erdoğan dem US-Botschafter Francis Ricciardone indirekt mit einer Ausweisung drohte, feuerten die Amerikaner zurück. Von türkischer Seite werde das Klima mit gewissen Aussagen „vergiftet“.

Erdoğan hatte dem US-amerikanischen Botschafter Einmischung in die inneren Angelegenheiten und provokatives Verhalten vorgeworfen. Die US-amerikanische Botschaft wies in einer Stellungnahme die Vorwürfe als „komplette Lügen“ zurück. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet, Ricciardone habe gegenüber EU-Vertretern erklärt, Washington dränge die staatliche türkische Halkbank, ihre Geschäfte mit dem Iran zu stoppen. Darüber hinaus wurden Vorwürfe laut, dass die US-Botschaft sich für Ermittlungen gegen die Halkbank einsetzen würde.

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