Nach Privatisierung: Bosnier protestieren gegen Regierung

In der bosnischen Stadt Tuzla stürmten Demonstranten ein Regierungsgebäude. Seit Monaten erhalten sie keinen Lohn mehr. Die Politiker hatten ihre Unternehmen privatisiert, die nun pleite gegangen sind.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Aktuell:
Karlsruhe überlässt Klage gegen die EZB dem Europäischen Gerichtshof

In Bosnien eskalieren die Proteste gegen die Regierung. In der Hauptstadt Sarajevo feuerte die Polizei nach Angaben eines Reuters-Reporters am Freitag Gummigeschosse und Blendgranaten ab, um Demonstranten auseinanderzutreiben.

Am Donnerstag waren bei landesweiten Protesten mehr als 130 Menschen verletzt worden, davon 30 Demonstranten und 104 Polizisten.

Unter anderem in Tuzla war eine Kundgebung in Gewalt umgeschlagen. Dort warfen Randalierer Fensterscheiben ein, setzten Mülltonnen in Brand und griffen nach Angaben der Behörden Polizisten mit Steinen und Leuchtmunition an.

Die Polizei trieb die Menge am Abend schließlich mit Tränengas auseinander. Die Menge setzte Reifen und Müll in Brand, berichtet 20 Minuten. Aus Solidarität mit den Arbeitern in Tuzla gingen auch in den Städten Sarajevo, Zenica, Mostar und Bihac tausende Bewohner auf die Straßen.

Zuvor waren vier staatlichen Unternehmen privatisiert worden. Sie hatten dann Insolvenz angemeldet und die Zahlungen an die Arbeiter eingestellt. Die Arbeiter werfen der Politik Betrug vor.

Die Wut der Demonstranten richtet sich aber auch gegen die Korruption und die hohe Arbeitslosigkeit im Land. Bosnien hat mit 27,5 Prozent die höchste Arbeitslosenquote auf dem Balkan.

Weitere Themen
Studie: Niederlande wären ohne EU besser dran
Goldman Sachs warnt vor der globalen Rezession
Durchbruch: Forscher erschaffen Stammzellen mit Säurebad

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***


media-fastclick media-fastclick