Nach Privatisierung: Bosnier protestieren gegen Regierung

In der bosnischen Stadt Tuzla stürmten Demonstranten ein Regierungsgebäude. Seit Monaten erhalten sie keinen Lohn mehr. Die Politiker hatten ihre Unternehmen privatisiert, die nun pleite gegangen sind.

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In Bosnien eskalieren die Proteste gegen die Regierung. In der Hauptstadt Sarajevo feuerte die Polizei nach Angaben eines Reuters-Reporters am Freitag Gummigeschosse und Blendgranaten ab, um Demonstranten auseinanderzutreiben.

Am Donnerstag waren bei landesweiten Protesten mehr als 130 Menschen verletzt worden, davon 30 Demonstranten und 104 Polizisten.

Unter anderem in Tuzla war eine Kundgebung in Gewalt umgeschlagen. Dort warfen Randalierer Fensterscheiben ein, setzten Mülltonnen in Brand und griffen nach Angaben der Behörden Polizisten mit Steinen und Leuchtmunition an.

Die Polizei trieb die Menge am Abend schließlich mit Tränengas auseinander. Die Menge setzte Reifen und Müll in Brand, berichtet 20 Minuten. Aus Solidarität mit den Arbeitern in Tuzla gingen auch in den Städten Sarajevo, Zenica, Mostar und Bihac tausende Bewohner auf die Straßen.

Zuvor waren vier staatlichen Unternehmen privatisiert worden. Sie hatten dann Insolvenz angemeldet und die Zahlungen an die Arbeiter eingestellt. Die Arbeiter werfen der Politik Betrug vor.

Die Wut der Demonstranten richtet sich aber auch gegen die Korruption und die hohe Arbeitslosigkeit im Land. Bosnien hat mit 27,5 Prozent die höchste Arbeitslosenquote auf dem Balkan.

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