ADAC stürzt ab: Daimler, BMW und Volkswagen geben Preise zurück

ADAC-Chef Peter Meyer hat sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Bei der Wahl zum Lieblingsauto der Deutschen wird seit vielen Jahren manipuliert, sagt ein externer Prüfer. Daimler, BMW und Volkswagen wollen ihre Auszeichnungen zurückgeben.

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Der ADAC hat bei der Wahl zum Lieblingsauto der Deutschen laut einer externen Prüfung schon länger geschummelt. Wie die Wirtschaftsprüfungsfirma Deloitte am Montag mitteilte, waren die Ergebnisse 2014 wie auch in den Jahren zuvor manipuliert.

Für dieses Jahr stellten die Prüfer fest, dass nicht nur die Teilnehmerzahl, sondern auch die Reihenfolge der Platzierung gefälscht wurde. Gründe seien sowohl vorsätzliche Veränderungen wie auch eine technisch fehlerhafte Verarbeitung der Daten.

Der – wegen der Vorwürfe bereits zurückgetretene – ADAC-Kommunikationschef habe kurz vor der Bekanntgabe der Ergebnisse „auf seinem PC verschiedene Szenarien simuliert, bei denen sowohl die Stimmenzahl als auch die Zuordnung der Stimmen zu den einzelnen Modellen willkürlich verändert wurden“.

Es gebe „klare Anhaltspunkte dafür, dass ähnliche Veränderungen auch in den Vorjahren vorgenommen worden sind“, hieß es in der Mitteilung weiter. Die Untersuchungen der Jahre 2005 bis 2013 seien aber noch nicht abgeschlossen. Je nach Ergebnis würden rechtliche Schritte gegen den Ex-Kommunikationschef vorbereitet.

Der Automobilclub kündigte an, die Auszeichnung Gelber Engel künftig nicht mehr zu vergeben. Die Autobauer Daimler, BMW und Volkswagen machen ihre Drohung wahr: Sie wollen die ADAC-Preise zurückgeben, weil sie wegen der Manipulationen wertlos seien.

ADAC-Präsident Peter Meyer zieht Konsequenzen aus der Manipulationsaffäre beim Automobilclub. Meyer lege sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder, teilte der ADAC Nordrhein am Montag mit. Der 64-Jährige, der seit 2001 ADAC-Präsident war, habe die Entscheidung „allein und sorgfältig überlegt“ gefällt.

Meyer wird mit den Worten zitiert, er wolle für Fehler und Manipulationen von hauptamtlichen Führungskräften nicht länger alleine verantwortlich gemacht werden. „Wenn die Gremien in Krisen eine Gefolgschaft nicht leisten, kann es keine strukturellen und unternehmenskulturellen Veränderungen im ADAC geben.“

In der Mitteilung hieß es weiter, die Angriffe und Diffamierungen seiner Person belasteten nicht nur den ADAC, sondern auch seine Familie. Bisher hatte Meyer einen Rücktritt ausgeschlossen (hier).

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