150 Millionen Euro Verlust für Karstadt

Der Warenhausriese weist für das Jahr 2011/12 ein Minus von 158 Millionen Euro aus. Die Premiumhäuser um das Berliner KaDeWe erwirtschafteten ebenfalls einen Verlust. Die seit Ende Februar amtierende neue Chefin Eva-Lotta Sjöstedt soll Karstadt nun wieder ins Plus bringen.

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Der Warenhausriese Karstadt steckt tief in der Verlustzone. Im Bundesanzeiger veröffentlichte Zahlen für das Geschäftsjahr 2011/12 belegen, dass das Unternehmen sein Minus sogar deutlich ausgeweitet hat. Zugleich ging der Umsatz zurück, wie der Bilanz der Karstadt Warenhaus GmbH am Montag zu entnehmen war. Die Erlöse sanken von Oktober 2011 bis September 2012 auf 2,93 (Vorjahr: 3,26) Milliarden Euro.

Auch beim Betriebsergebnis rutsche Karstadt in die roten Zahlen: Der Verlust im gewöhnlichen Geschäft belief sich auf 30 Millionen Euro, im Jahr davor war noch ein Betriebsgewinn von 16,3 Millionen Euro verbucht worden. Unter dem Strich wies Karstadt für 2011/12 mit damals 84 Warenhäusern einen Fehlbetrag von 158 Millionen Euro aus – nach einem Minus von 20,81 Millionen Euro im Vorjahr. Aber auch die Premiumhäuser um das Berliner KaDeWe erwirtschafteten einen Verlust.

Der Warenhauskonzern hatte 2009 Insolvenz angemeldet und wurde im Herbst 2010 vom Milliardär Nicolas Berggruen übernommen. Bilanzen werden seitdem nur noch im Bundesanzeiger veröffentlicht – zuletzt hatte Karstadt nur ein Umsatzrückgang für das Weihnachtsgeschäft eingeräumt. Absolute Zahlen nannte der Konzern nicht.

Die seit Ende Februar amtierende neue Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjöstedt soll den Konzern nun zügig auf Kurs bringen. Es müsse sich rasch ändern, dass Karstadt nicht profitabel sei, hatte die ehemalige Ikea-Managerin angekündigt. Sie hat ein schweres Erbe übernommen – neben Verlusten und Umsatzrückgängen macht Karstadt auch ein Dauerstreit mit der Gewerkschaft Verdi um einen vorübergehenden Ausstieg aus der Tarifbindung zu schaffen. Der Konzern will sich damit Lohnerhöhungen sparen.

Im Jahr 2011/12 hatte aber noch Sjöstedts Vorgänger Andrew Jennings das Sagen. Er hatte Karstadt vor allem auf Mode ausgerichtet, unter anderem Unterhaltungselektronik verschwand unter seiner Regie aus den Regalen – auch das habe zu Umsatzeinbußen geführt, hieß es nun.

In der Ära Jennings hatte sich Eigner Berggruen auch von der Mehrheit an zwei Filetstücken des Konzerns getrennt. Der österreichische Investor Rene Benko hatte die Mehrheit am operativen Geschäft von Karstadt Sports und der Premium Group übernommen – in ihr sind die Luxuswarenhäuser rund um das KaDeWe gebündelt. Benko besitzt zudem zahlreiche Karstadt-Immobilien. Berggruen hat nunmehr nur noch die Mehrheit am traditionellen Warenhausgeschäft.

Die Aufspaltung hatte in der Belegschaft Sorgen befeuert, Karstadt könnte endgültig zerschlagen und mit der Metro -Tochter Kaufhof verschmolzen werden. Benko hatte schon erfolglos bei Metro wegen einer Kaufhof-Übernahme angeklopft. Aber auch Benkos Luxushäuser arbeiteten nicht profitabel. Die Karstadt Premium GmbH wies dem im Bundesanzeiger veröffentlichen Zahlenwerk zufolge für die Zeit von Oktober 2011 bis September 2012 einen Fehlbetrag von 7,59 Millionen Euro aus.

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