Politik

Merkel: Ukraine soll nächste Woche Abkommen mit der EU unterzeichnen

Angela Merkel möchte die Chance eines Übergangskabinetts in Kiew nutzen: Die Ukraine solle schon kommende Woche das EU-Abkommen unterzeichnen, welches Präsident Janukowitsch abgelehnt hatte. Merkel will das Abkommen auf dem EU-Gipfel durchziehen. Die Ukraine ist insolvent, stellt aber wirtschaftlich kein Problem dar - sagt Finanzminister Schäuble.
12.03.2014 17:53
Lesezeit: 1 min

Angesichts der Spannungen mit Russland wollen Deutschland und Polen die Ukraine schon in kommenden Woche stärker an die EU binden. Sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel als auch Polens Ministerpräsident Donald Tusk sprachen sich am Mittwoch nach einem Treffen in Warschau dafür aus, zumindest den politischen Teil eines Assoziierungsabkommen zu unterzeichnen. "Wir sind beide der Auffassung, dass es gut und nützlich wäre, wenn möglichst zügig das Assoziierungsabkommen mit der Ukraine unterzeichnet würde", sagte Tusk. Merkel wünscht sich nach eigenen Worten, dass dies auf dem nächsten EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag kommender Woche geschehen soll.

Erst kürzliche hatte Merkel gesagt, für die Ukraine sei eine Art Not-Beitritt zu EU ein sinnvoller Schritt.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble rechnet derzeit nicht mit unkalkulierbaren finanzpolitischen Folgen der Ukraine-Krise. "Wir schätzen die finanz- und wirtschaftspolitischen Risiken der schwierigen Situation im Zusammenhang mit der Ukraine sehr ernst ein", sagte Schäuble am Mittwoch in Berlin. Er glaube aber, dass die finanzpolitischen Folgen "beherrschbar sind und bleiben". Er gehe davon aus, dass die Haushalts- und Finanzplanung davon nicht negativ berührt werde.

Die EU will 11 Milliarden Euro aus Steuergeldern in den Pleite-Staat stecken, in dem die Korruption das beherrschende politische Prinzip ist.

Merkel lobte, dass die EU-Kommission die Einfuhr ukrainischer Waren in die EU erleichtern will. Zudem gebe es finanzielle Unterstützung der Union. Beide Politiker betonten, dass man der Ukraine auch mit schneller Hilfe für die Verwaltung beispringen wolle. Der politische Teil des Abkommens sieht etwa eine enge Zusammenarbeit in der Außen-, Justiz- und Innenpolitik vor. Die Übernahme von EU-Standards würde auch den Weg für ein visafreies Reisen von Ukrainern in die EU freimachen.

Das Assoziierungsabkommen, dessen Wirtschaftsteil de facto eine Freihandelszone zwischen der Union und der Ukraine schaffen würde, war mit der Ukraine im vergangenen Jahr ausgehandelt worden und sollte Ende November 2013 unterzeichnet werden. Die Bundesregierung vertrat lange die Position, dass es für eine dauerhafte Stabilisierung des Landes besser sei, zur Unterzeichnung die ukrainischen Parlamentswahlen am 25. Mai abzuwarten. Nach dem EU-Sondergipfel in der vergangenen Woche hatte Merkel angesichts der sich abzeichnenden Abspaltung der ukrainische Krim erstmals gesagt, dass der politische Teil des Abkommens schnell unterschrieben werden könne.

Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Geldanlage: Mit einem Fondsdepot mehr aus dem eigenen Geld machen

Wer vor zehn Jahren 50.000 Euro in den Weltaktienindex investiert hat, kann sich heute über mehr als 250.000 Euro freuen! Mit der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-Emissionshandel: Wird Heizen und Tanken ab 2027 zum Luxus?
28.02.2025

Wenn in zwei Jahren der europäische Emissionshandel für Verkehr und Gebäude in Kraft tritt und die CO2-Zertifikate frei gehandelt...

DWN
Technologie
Technologie Small Modular Reactors (SMR): Was Mini-Atomkraftwerke wirklich leisten
27.02.2025

Die CDU setzt wieder auf Atomkraft. Dabei rückt eine neue Technologie in den Fokus: Small Modular Reactors (SMR), auch als SMR Reaktoren...

DWN
Finanzen
Finanzen Kryptowährung XRP: News zur SEC - wie viel Potenzial steckt noch im XRP-Kurs?
27.02.2025

Krypto-Investoren sind enttäuscht, weil der XRP-Kurs aktuell fällt. Nach der Trump-Rallye und dem Allzeithoch im Januar scheint dem...

DWN
Immobilien
Immobilien Immobilienverrentung: Was ist das? Wie Sie mit der Immobilienrente Ihre Zukunft sichern
27.02.2025

Besitzen Sie ein Haus oder eine Eigentumswohnung? Dann können Sie mit Immobilienverrentung, auch als Immobilienrente bezeichnet, Ihren...

DWN
Politik
Politik Sondervermögen Bundeswehr per Eilverfahren? Schuldenbremse-Trick von Merz für Verteidigungsetat
27.02.2025

Friedrich Merz soll sich mit der SPD-Führung über ein neues Sondervermögen für Verteidigung in Höhe von 200 Milliarden Euro...

DWN
Politik
Politik Bürgergeld: 1,5 Millionen Erwerbsfähige beziehen länger als fünf Jahre Bürgergeld
27.02.2025

Von rund vier Millionen erwerbsfähigen Bürgergeldempfängern beziehen 1,5 Millionen seit fünf oder mehr Jahren staatliche Leistungen....

DWN
Technologie
Technologie Klimaschutz: Städte setzen auf Wärme aus ihren Flüssen
27.02.2025

Sensibilisierung für den Klimaschutz ist in Deutschland gestiegen ist: Beim klimafreundlichen Umbau der Wärmeversorgung setzen mehr und...

DWN
Politik
Politik Steuerverschwendung: Regierung verschleudert massiv Steuergelder auch ans Ausland - ohne jede Prüfung
27.02.2025

Angeblich muss die Politik künftig unbegrenzt Schulden machen, weil der Staat zu wenig Geld hat: Doch Deutschland hat kein...