Wien: Ukrainischer Oligarch gegen Millionen-Kaution auf freiem Fuß

Für 125 Millionen Euro kommt der in Wien inhaftierte ukrainische Oligarch auf freien Fuß. Der Forderung der US-Regierung nach Auslieferung wird von österreichischer Seite nicht nachgekommen.

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Der in Wien festgenommene ukrainische Oligarch Dimitry Firtasch darf gegen eine Kaution von 125 Millionen Euro die Haftanstalt verlassen. Der unter Korruptionsverdacht stehende 48-jährige Unternehmer, der aufgrund eines Haftbefehls aus den USA in der Vorwoche von der Wiener Justiz festgenommen wurde (mehr hier), solle noch am Dienstag auf freien Fuß gesetzt werden, sagte eine Gerichtssprecherin zu Reuters. Firtasch darf Österreich nicht verlassen. Die Kautionssumme ist die höchste in der österreichischen Rechtsgeschichte.

Die US-Regierung fordert von Österreich die Auslieferung des Oligarchen. Eine Entscheidung darüber steht noch aus und könnte einige Wochen dauern. Firtasch solle vor einem Bundesgericht in Chicago wegen Korruption bei Auslandsgeschäften angeklagt werden, hatten US-Staatsanwälte vergangene Woche mitgeteilt. Mit dem politischen Umsturz in der Ukraine habe die Verhaftung nichts zu tun.

Firtasch gilt als einer der reichsten Ukrainer und verfügte insbesondere während der Amtszeit des abgesetzten Präsidenten Viktor Janukowitsch über großen Einfluss. Er hat enge Kontakte zu Russland und ist im Gas-, Chemie-, Medien- und Bankengeschäft tätig. So ist er Mitbesitzer des Gaszwischenhändlers RosUkrEnergo, der zu 50 Prozent im Besitz von Gazprom steht. Die US-Bundespolizei FBI hatte laut Bundeskriminalamt Wien seit 2006 gegen den Ukrainer ermittelt. Ihm wird Bestechung und die Bildung einer kriminellen Vereinigung im Zuge von Auslandsgeschäften vorgeworfen. Warum sich der Oligarch in Österreich aufhielt, ließ ein Sprecher offen.

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