Deutsche Kriegsfotografin in Afghanistan erschossen

Die deutsche Kriegsfotografin Anja Niedringhaus wurde am Freitag in Afghanistan erschossen. Ein Polizist soll das Feuer auf Niedringhaus und eine Kollegin Gannon eröffnet haben. Die 48-jährige Deutsche war sofort tot.

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Die prominente deutsche Kriegsfotografin Anja Niedringhaus ist am Freitag in Afghanistan erschossen worden. Ein afghanischer Polizist habe das Feuer auf Niedringhaus und ihre Kollegin Kathy Gannon eröffnet, während sie im Osten Afghanistans im Auto saßen, meldete die Nachrichtenagentur AP, für die die beiden Frauen arbeiteten. Die 48-jährige Deutsche sei sofort tot gewesen.

Die Text-Reporterin Gannon habe zwei Schussverletzungen erlitten. Ihr Zustand sei stabil. „Anja war eine lebhafte, dynamische Journalistin, die wir alle wegen ihrer einfühlsamen Aufnahmen, ihrer Warmherzigkeit und ihrer Liebe zum Leben sehr mochten“, erklärte AP-Chefredakteurin Kathleen Carroll in New York.

Niedringhaus war die wohl bekannteste deutsche Kriegsfotografin und hatte große Erfahrung mit der Arbeit in Krisengebieten wie Afghanistan, Libyen, dem Irak und Bosnien. 2010 wurde sie in Afghanistan verletzt. Für ihre Aufnahmen aus dem Irak erhielt sie 2005 den renommierten Pulitzer-Preis.

Erst vor einigen Wochen wurde ein prominenter afghanischer Journalist der Nachrichtenagentur AFP bei einem Anschlag auf ein Luxushotel im Zentrum der Hauptstadt Kabul getötet. Im Vorfeld der Präsidentenwahl am Samstag stieg die Zahl der Angriffe stark an. Seit 2002 wurden nach Angaben von Reporter ohne Grenzen mindestens 19 Journalisten in Afghanistan getötet. Vor allem im Süden und Osten des Landes seien sie gefährdet. Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht Afghanistan auf Platz 128 von 180.

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