Bewaffnete besetzen Regierungsgebäude in Ost-Ukraine

Pro-russische Bewaffnete haben im Osten der Ukraine ein Regierungsgebäude besetzt, so der ukrainische Innenminister Awakow. Sie erbeuteten dabei angeblich hunderte Waffen. Awakow kündigte eine harte Reaktion auf die Besetzung an.

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Im Osten der Ukraine haben Bewaffnete ein weiteres Behördengebäude besetzt. Wie Innenminister Arsen Awakow am Samstag mitteilte, brachten mehrere Männer in Tarnuniformen eine Polizeidirektion in Slawiansk in der Region Donezk in ihre Gewalt. Er kündigte eine harte Reaktion von Seiten des Staates an. Nach Angaben der Polizei konnten die Besetzer mehrere hundert Waffen in ihre Gewalt bringen.

In Slawjansk brachten rund 20 mit Pistolen und Gewehren bewaffnete Männer Polizeiangaben zufolge rund 400 Handfeuerwaffen und automatische Gewehre in ihre Gewalt und verteilten diese an ihre Anhänger. Vor dem Präsidium versammelten sich Hunderte Einwohner der Stadt. Einige von ihnen bauten Barrikaden aus Autoreifen. Innenminister Arsen Awakow kündigte eine harte Reaktion des Staates an. Es gebe einen Unterschied zwischen Demonstranten und Terroristen, erklärte Awakow auf Facebook.

Pro-russische Demonstranten halten bereits in mehreren ostukrainischen Städten Regierungsgebäude besetzt, darunter Lugansk, Charkiw und Donezk. In Donezk hatten die pro-russischen Demonstranten die „Volksrepublik Donezk“ ausgerufen (mehr hier). Sie fordern ein Referendum über eine Abspaltung der Region, in der viele russisch-stämmige Bürger leben. Die ukrainische Übergangsregierung kündigte an, den Konflikt innerhalb von 48 Stunden lösen zu wollen, notfalls mit dem Einsatz von Gewalt (hier).

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte am Freitag erklärt, sein Land wolle, dass die Ukraine innerhalb ihrer Grenzen als Ganzes erhalten bleibe. Die Eingliederung weiterer Landesteile der Ukraine sei nicht im Interesse Russlands. Dennoch warnte Russland die Ukraine davor, Gewalt gegen die Protestler einzusetzen. Dies sei „inakzeptabel“, so Lawrow. Russland hatte zuvor angesichts der Ausschreitungen in der Ostukraine vor einem Bürgerkrieg gewarnt (hier).

Der ukrainische Premier Jazenjuk machte bei einem Besuch im Osten des Landes Zugeständnisse an die pro-russischen Demonstranten. So sollen die regionalen Administrationen nicht länger von der Regierung in Kiew ernannt werden. Darüber hinaus sagte Jazenjuk, er werde sich im ukrainischen Parlament für Referenden auf lokaler Ebene stark machen.

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