Schweizer Kanton Neuenburg führt Mindestlohn von 20 Franken ein

Als erster Kanton der Schweiz führt Neuenburg einen Mindestlohn ein. Damit setzt er eine kantonale Abstimmung aus dem Jahr 2011 um. Arbeitgeber müssen ihren Angestellten künftig 20 Franken (16,35 Euro) pro Stunde zahlen.

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Die Einführung des Mindestlohns in Neuenburg kommt knapp zwei Wochen nach der Abstimmung für die ganze Schweiz am 18. Mai, als die Schweizer mit einer deutlichen Mehrheit von 76,3 Prozent Nein-Stimmen gegen einen Mindestlohn votierten.

Bei einer kantonalen Abstimmung in Neuenburg am 27. November 2011 hingegen hatten die Bürger für die Verankerung eines Mindestlohns von 20 Franken in der Verfassung gestimmt. Das Kantonsparlament setzte dieses Votum am Mittwoch um, berichtet der Tages-Anzeiger. Nur Teile der FDP und der SVP stimmten dagegen.

Mit dem Mindestlohn verdienen Arbeitnehmer im Kanton Neuenburg bei 40 Arbeitsstunden pro Woche 3.467 Franken. Dieser Mindestlohn liegt etwas tiefer als die 22 Franken, welche die Volksinitiative des Gewerkschaftsbunds für die gesamte Schweiz gefordert hatte.

In der Schweiz hat außer Neuenburg nur der Kanton Jura kantonalen Mindestlöhnen zugestimmt. Dort müssen in Branchen ohne Gesamtarbeitsvertrag (GAV) künftig Mindestlöhne eingeführt werden, die sich an den nationalen Medianlöhnen orientieren. Die Umsetzung des Mindestlohns steht noch aus.

In der Westschweiz haben bereits mehrere kantonale Abstimmungen über Mindestlöhne stattgefunden. Die Kantone Genf und Waadt lehnten die Einführung eines Mindestlohns 2011 ab. Im Wallis stimmten am 18. Mai mehr als 80 Prozent der Bürger gegen einen Mindestlohn von 3.500 Franken.

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