Windräder: Die deutsche Landschaft wird zur Industriezone

In den deutschen Mittelgebirgen Hessens und Thüringens sollen tausende Windräder erbaut werden. Bürgerinitiativen protestieren. Sie befürchten negative Folgen für den Naturschutz. Doch ihnen steht ein mächtiges Kartell aus Regierungen und der Lobby der Erneuerbaren Energien gegenüber. Auch der BUND mischt mit - im Interesse der Industrie.

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Windräder sind in Deutschland im Regelfall in Flachland-Gebieten vorzufinden. Doch die SPD-Thüringen möchte den Ausbau von Windenergie-Anlagen im Mittelgebirge fördern.

„Bis zu 24 Millionen Euro an jährlichen Pachtzahlungen lassen sich damit generieren, so die Überlegung“, zitiert die Thüringer Allgemeine den SPD-Umweltpolitiker Frank Weber. Lediglich 15.000 von 300.000 Hektar Waldflächen würde das Windkraft-Projekt in Anspruch nehmen.

Doch der CDU-Umweltminister Jürgen Reinholz lehnt den Vorschlag der SPD ab. „Die bis zu 180 Meter hohen Windmühlen verschandeln das Landschaftsbild“, so Reinholz. Weber entgegnet, dass die Windräder in „naturschutzrechtlich unbedenklichen“ Gegenden gebaut werden sollen.

Auch in Hessen sollen bis zum Jahr 2050 insgesamt 3.500 neue Windräder im Taunuskamm erbaut werden. Dadurch soll die geplante Energiewende gelingen – so der Wunsch der schwarz-grünen Landesregierung. Das Projekt ist in vollen Gange und stößt auf Protest innerhalb der Bevölkerung. Bertram Heide von Wiesbadener Kurier schreibt in einem Artikel:

„Bis zu zehn Windrädern mit einer Höhe von 200 Metern will die Taunuswind, eine Tochterfirma der Stadtwerke Wiesbaden (ESWE), auf der Hohen Wurzel auf dem Taunuskamm errichten. Pro Windrad müssten dafür 8.000 bis 10.000 Quadratmeter Wald gerodet werden, rechnen die Gegner des Projekts vor.“

Die Bürgerinitiative „Rettet den Taunuskamm“ verlangt ein unabhängiges Gutachten für die ökologischen Folgen der betroffenen Gebiete. Die Initiative habe im März 2013 eine Umfrage in Taunusstein und Niedernhausen durchgeführt.

Insgesamt 4.026 Bürger wurden zu dem Vorhaben der Landesregierung befragt. 3.758 der Befragten sollen sich gegen die Errichtung von Windrädern im Taunuskamm ausgesprochen haben. Das sei eine 92-prozentige Ablehnung.

Ein Insider aus der Finanzindustrie sieht erschreckende Parallelen zur Banken-Krise:

„Bei der Windindustrie werden die höchsten Risiken wie in Spanien von den Haushalten finanziert werden (z.B Nachränge bei Windkraftprojektfinanzierungen). Mittlerweile geht die Totalzerstörung des Landes in die letzten Runden – jetzt kommen die Wälder und letzten verschonten Mittelgebirge dran.

Für nichts und wieder nichts außer Lobbyinteressen wird ein ganzes Land geopfert. Im Prinzip ist die Entscheidung gefallen, dass der ländliche Raum in Zukunft in einem einzigen großen Industriegebiet leben soll. Und zwar faktisch komplett ohne Bürgerbeteiligung.

Derweil gibt es, fast unbemerkt von der Öffentlichkeit, ein Organisationskommittee (Fachagentur Windenergie an Land) dieses Todesurteils für den ländlichen Raum, in dem sich die Lobby – repräsentiert durch BWE und BUND (vormals ein Naturschutzverband) – den Staat untertan macht bzw. dieser sich von der Lobby einfangen lässt.

Man stelle sich ein solches Kommittee zwischen Kanzleramt, Finanzministerium und Bankenverbaenden vor!

Die Projektiererprofiteure dürfen leider nicht direkt Teil des Kommittees sein, macht aber nichts, denn sie sponsorn dort auf Einladung der Ministerien-Lobbyisten alle möglichen ‚Projekte‘.

Und unserer Finanzminister wundert sich über Immobilienblasen in den Städten.

Wir stehen bei den wirtschaftlichen und finanzpolitischen Verwerfungen der Katastrophenentscheidung ‚Energiewende‘ in Deutschland erst ganz am Anfang.“

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