Insolvenz-Verschleppung: Italiens Regierung zahlt ihre Rechnungen nicht

Der italienische Staat kann seine Rechnungen bei den Unternehmen des Landes offenbar nicht mehr bezahlen. Viele von der Regierung geprellte Unternehmen mussten bereits Angestellte entlassen, Standorte schließen oder Konkurs anmelden. Dennoch erhält das Land auf den Finanzmärkten Geld so billig wie niemals zuvor.

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Der italienische Staat hat massive Schulden bei den von ihm beauftragten Unternehmen. Würde Italien seine Rechnungen zahlen, wären die Defizite des Landes deutlich höher. Obwohl die Zahlungsmoral Italiens offenbar schlecht ist, erreichten die Zinsen auf italienische Staatsanleihen am Montag einen neuen historischen Tiefstand.

Nach Angaben der Zentralbank schuldet der italienische Staat den Unternehmen des Landes 75 Milliarden Euro. Aus Geldmangel mussten die von der Regierung geprellten Unternehmen bereits Angestellte entlassen, Standorte schließen oder Konkurs anmelden, berichtet Reuters.

Im März hatte Premier Matteo Renzi noch versprochen, alle Schulden bis Juli zurückzuzahlen. Eine Woche später nannte er den September als Datum für die Schuldenrückzahlung. Anfang Juli nahm dann Italiens Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan die Versprechen des Premiers zurück und versprach, „dass die Forderungen bis zum Jahresende beglichen werden“.

Im Juni schaltete sich sogar die EU-Kommission ein und eröffnete ein formales Vertragsverletzungsverfahren gegen Italien. Das Land hat gegen EU-Regeln verstoßen, welche die Regierungen der Mitgliedsstaaten dazu verpflichtet, Zahlungsverzögerungen auf maximal 60 Tage zu begrenzen.

Die italienischen Staatsschulden steigen von Allzeithoch zu Allzeithoch. Die Staatsschuldenquote lag zuletzt bei 135,6 Prozent. In der Eurozone steht mit 174,1 Prozent nur Griechenland noch schlechter da.

Zudem bezahlt Italien offenbar einen Teil seiner Rechnungen nicht. Dennoch fielen am Montag die Zinsen auf zehnjährige italienische Staatsanleihen erstmals in der Geschichte des Landes unterhalb von 2,7 Prozent.

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