Russischer Hilfs-Konvoi ändert Route und will direkt ins Rebellen-Gebiet

Der russische Hilfskonvoi hat überraschend seine Route geändert und plant nun, über Rostow direkt ins Rebellen-Gebiet zu fahren. Ob die Russen dort die Forderung von Kiew erfüllen werden, die Hilfsgüter zu verzollen und an das Rote Kreuz zu übergeben, ist unklar. Die Ukraine hat gedroht, russische Fahrzeuge ohne Rot-Kreuz-Begleitung als militärische Ziele zu behandeln.

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Das Bild des BBC-Reportes Rosenberg zeigt, das der Hilfskonvoi von Militärfahrzeugen begleitet wird. (Foto: twitter)

Das Bild des BBC-Reportes Rosenberg zeigt, das der Hilfskonvoi von Militärfahrzeugen begleitet wird. (Foto: twitter)

Die russische Lastwagenkolonne mit 249 Lastwagen voll humanitärer Hilfsgüter fährt mit militärischen Begleitfahrzeugen in Richtung des von Separatisten kontrollierten Gebiets in der Ostukraine.

Die ukrainische Führung hatte gestern klar gemacht hatte, die russischen Lkw nicht über die Grenze lassen zu wollen.  Daraufhin sind die Lastwagen auf russischer Seite entlang der Grenze weiter südlich gefahren. Russische Offizielle wollten bisher keine genaueren Angaben über das neue Ziel des Konvois machen. Nach Angaben von BBC-Reportern bewegt sich der Konvoi derzeit auf der Straße Richtung Rostov in dem von russischen Separatisten kontrollierten Gebiet. Rostow am Don liegt etwa 60 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Beobachter vermuten, dass der Konvoi einen Grenzübergang direkt im Rebellengebiet passieren will.

Ursprünglich war erwartet worden, dass die Lieferung bei Charkiw über die Grenze kommt. Das hatte die Ukraine am Mittwoch aber abgelehnt. Das ukrainische Präsidialamt hatte aber erklärt, man sei mit der Lieferung in die Region Luhansk einverstanden, die direkt an den Verwaltungsbezirk Rostow grenzt.

Die ukrainische Regierung hat indes ihren eigenen Hilfskonvoi in Richtung Luhansk losgeschickt, mit medialer Begleitung durch das ukrainische Fernsehen (mehr hier). Sie betrachtet den russischen Hilfskonvoi als Propagandamaßnahme. Der ukrainische Premier Jazeniuk sprach in diesem Zusammenhang bereits von „unsäglichem Zynismus“ (mehr hier).

Nach dem Willen der Ukraine sollen die russischen Lastwagen von OSZE-Vertretern überprüft werden. Die Ukraine will die russischen Hilfslieferungen an der Grenze übernehmen, auf eigene LKW verladen und dann vom Roten Kreuz in der Krisenregion verteilen lassen. Die russischen Lastwagen dürften auch ohne Fahrer keinesfalls die Grenze überschreiten. (mehr hier). Nach monatelangen Kämpfen fehlen in Donezk und Luhansk Wasser und Lebensmittel.

Die Kämpfe in der Region gehen derweil unvermindert weiter. Ukrainische Regierungstruppen haben nach Darstellung von Rebellen die Separatisten-Hochburg Donezk unter heftigen Beschuss genommen. Mehrere Viertel seien getroffen worden, berichtete die Separatisten-Webseite Noworossija (Neues Russland) am Donnerstag. Angaben über Verletzte oder Tote wurden nicht gemacht. Im Kampf gegen die Rebellen rückten die Regierungstruppen zuletzt immer weiter auf die Stadt vor, in der zu Friedenszeiten fast eine Million Menschen lebten (mehr zur Situation in Donezk hier).

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