USA: Kluft zwischen Arm und Reich zerreißt das Land

In den USA hat das massive Gelddrucken der Federal Reserve die Einkommensunterschiede so stark vergrößert wie noch nie zuvor in der Geschichte. Diese Entwicklung fördert soziale Spannungen, wie sie gerade bei den Unruhen in Missouri zu beobachten sind. Auf der anderen Seite entstehen Blasen, deren Platzen die Armen noch weiter ins Elend treiben wird.

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Das Einkommens-Gefälle zwischen den ärmsten und reichsten Regionen der USA hat einen Rekord-Stand erreicht.

In den vergangenen 45 Jahren hatten sich die Einkommens-Unterschiede in den USA zeitweise vergrößert und zeitweise verkleinert. Doch seit Beginn der Finanzkrise hat sich die bisher größte Kluft zwischen Arm und Reich aufgetan. Dieser Trend zeigt sich auch in der Wohnungs-Wirtschaft. Die politischen Entscheidungsträger sind besorgt.

Das amerikanische Handels- und Arbeitsministerium hat im vergangenen Jahr in den 100 größten Metropolregionen der USA Daten erhoben. Das Ministerium stellte fest, dass zwischen den ersten 10 und den restlichen 90 Regionen ein massives Gefälle bei den Wohnungs-Preisen besteht. Ein derartiges Gefälle habe es seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen im Jahr 1969 nicht gegeben.

So liegt Boston auf Platz 10 und Cincinnati auf Platz 90. Das Pro-Kopf-Einkommen in Boston ist 1,61-mal höher als in Cincinnati.

Eine ungleichmäßige Erholung auf dem Arbeitsmarkt hat gleichzeitig zu erheblichen Unterschieden im Einkommens-Wachstum der einzelnen Regionen geführt. Diese wiederum haben das Auseinanderklaffen der Immobilien-Preise in den verschiedenen Regionen beflügelt.

Die Financial Times zitiert den Fannie Mae-Analysten Mark Palim:

„Die Wohnungsmärkte entwickeln sich unterschiedlich, weil es eine ungleichmäßige geografische Entwicklung des Arbeitsmarkts gibt. Bestimmte Bereiche der Wirtschaft laufen besser an als andere.“

In einigen Regionen gibt es Zustände, die an eine Immobilien-Blase erinnern. Doch in anderen Regionen wiederum gibt es einen Rückgang bei den Miet-Preisen. So wurden in der Hauptstadt des US-Bundestaats Texas, Austin, zahlreiche Arbeitsplätze im IT-Sektor geschaffen. Die Folge war eine steigende Nachfrage nach Immobilien. Diese Entwicklung trieb die Mietpreise in die Höhe.

In Akron, Hauptstadt des US-Bundestaats Ohio, passierte genau das Gegenteil. Dort soll eine neue Produktions-Stätte errichtet werden, die Arbeitsplätze schaffen soll. Doch bisher ist das Vorhaben nicht gelungen. Die Mietpreise in Akron sind erheblich gedämpft.

Der stellvertretende Vorsitzende der Federal Reserve Bank (Fed), Stanley Fischer, zeigte sich kürzlich besorgt über die Wohnungs-Wirtschaft. Diese sei das „Epizentrum“ der US-Finanzkrise und der Rezession gewesen. Sie befinde sich noch auf dem Weg der Erholung.

Die Beschäftigungs-Quote der Amerikaner habe den Stand vor der Rezession überschritten. Doch es gab nur ein geringes Lohnwachstum bei den niedrigen und mittleren Einkommensgruppen.

Paul Singer, Gründer und Chef des Hedgefonds Elliott Management, nimmt die Fed in die Verantwortung (mehr hier).

Finanzen 100 zitiert Singer:

„Die Ungleichheit in den USA ist derzeit so groß wie selten zuvor, vor allem weil die US-Notenbank ihre Ziele erreicht hat: höhere Preise für Vermögenswerte (vor allem für Aktien, Anleihen und teure Immobilien), die generell Amerikanern aus den oberen Einkommensschichten gehören.“

Die reichsten 10 Prozent der US-Bürger besitzen 74,4 Prozent des landesweiten Vermögens. Dieselben 10 Prozent besitzen auch 80 Prozent der Aktien.

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