Medizin-Nobelpreis geht an Erforscher des Orientierungssinns

Der Brite John O'Keefe und die Norweger May-Britt Moser und Edvard Moser erhalten den Medizin-Nobelpreis für ihren Erforschung des menschlichen Orientierungssinnes. Bestimmte Gehirnzellen bilden eine Art „inneres GPS“ und schaffen so eine Karte des Raums, der uns umgibt. Mit der Entdeckung wurde ein Jahrhundert-Rätsel gelöst, so das Nobel-Komitee.

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Der Medizin-Nobelpreis geht an den US-britischen Hirnforscher John O’Keefe und seine norwegischen Kollegen May-Britt Moser und Edvard Moser für ihre Beiträge zur Erforschung des menschlichen Orientierungssinns.

Sie entdeckten Zellen, die eine Art „inneres GPS“ im Gehirn bildeten, erklärte das Nobel-Komitee am schwedischen Karolinska Institut am Montag. So lösten die Preisträger ein Problem, das Philosophen und Wissenschaftler über Jahrhunderte hinweg beschäftigt habe: „Wie erzeugt das Gehirn eine Karte des Raums, der uns umgibt, und wie können wir uns durch eine komplexe Umgebung navigieren?“

Der Preis ist mit acht Millionen Schwedischen Kronen dotiert, etwa 880.000 Euro.

Die Forscher arbeiten bereits seit 1983 zusammen und gründeten ein gemeinsames Labor im Jahr 1996. Die Grundlagen für ihre Arbeit legte O’Keefe jedoch bereits 1973, als er einen Zelltypus im Hippocampus im Gehirn einer Ratte entdeckte. Diese Platz-Zelle (place-cells) war immer dann aktiv, wenn sich das Versuchstier an einer bestimmten Stelle im Raum aufhielt. An einer anderen Stelle waren wiederum andere Zellen aktiv.

Im Jahr 2005 entdeckte das Ehepaar Moser dann eine weitere Komponente des Positions-Systems: Nervenzellen kreieren ein Koordinatensystem und ermöglichen dadurch präzise Positionsbestimmungen.

 

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