Monte Paschi: Ehemalige Manager wegen Obstruktion verurteilt

Drei ehemalige Top-Manager der italienischen Krisenbank Monte dei Paschi wurden am Freitag wegen Behinderung der Banken-Aufsicht und Irreführung der Behörden verurteilt. Zudem muss wohl erneut der Steuerzahler einspringen, um die Kapitallücke der Bank in Höhe von 2,1 Milliarden Euro zu schließen.

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An der Börse stürzen Monte-Paschi-Aktien seit Bekanntgabe des Stresstests immer weiter ab, allein am Freitag um weitere sieben Prozent. (Grafik: <a href="http://www.ariva.de/banca_monte_dei_paschi-aktie/chart?boerse_id=6&amp;t=quarter" target="_blank">ariva.de</a>)

An der Börse stürzen Monte-Paschi-Aktien seit Bekanntgabe des Stresstests immer weiter ab, allein am Freitag um weitere sieben Prozent. (Grafik: ariva.de)

Drei ehemalige Top-Manager der italienischen Krisenbank Monte dei Paschi, einschließlich des Ex-Vorsitzenden, wurden am Freitag wegen Behinderung der Banken-Aufsicht und Irreführung der Behörden verurteilt.

Die Richter in Siena verurteilten den ehemaligen Vorsitzenden Giuseppe Mussari, Ex-General Manager Antonio Vigni und den ehemaliger Finanzchef Gianluca Baldassarri zu Gefängnisstrafen von drei Jahren und sechs Monaten, berichtet Bloomberg.

Die Anwälte der drei Angeklagten werden gegen diese Entscheidung in Berufung gehen.

Monte dei Paschi di Siena gerät immer stärker unter Druck. Keines der großen italienischen Institute steht für eine Fusion mit dem ältesten Geldhaus der Welt bereit, das kurzfristig eine Kapitallücke von 2,1 Milliarden Euro schließen muss. Weil die Optionen fehlen, dürfte wohl wieder der Staat einspringen. Die Regierung in Rom hofft nach Angaben vom Freitag allerdings noch auf eine Rettung mit privaten Geldern. An der Börse stürzen Monte-Paschi-Aktien um weitere rund sieben Prozent ab.

Auch Italiens größte Filialbank Intesa Sanpaolo lehnte einen Zusammenschluss ab. „Das ist auf keinen Fall eine Möglichkeit“, sagte Bankchef Carlo Messina in Rom. Er dementierte zugleich einen Bericht der Zeitung La Repubblica, die italienische Notenbank habe Intesa um eine Einschätzung zu dem Thema gebeten. Intesa-Verwaltungsratschef Giovanni Bazoli sagte, sein Haus sei überhaupt nicht an Zukäufen im Inland interessiert.

Diese Woche hatten bereits UniCredit und Mediobanca eine Fusion mit Monte Paschi ausgeschlossen. Die Banken des Landes leiden allesamt unter der schlechten Wirtschaftslage und vielen faulen Krediten. Monte Paschi hatte sich zudem mit Übernahmen und riskanten Derivate-Deals verhoben. Beim jüngsten EZB-Stresstest hatte die 1472 gegründete Traditionsbank aus der Toskana von allen 130 europäischen Banken am schlechtesten abgeschnitten. BNP Paribas bezeichnete Berichte, wonach die französische Bank eine Offerte für Monte Paschi vorbereitet, als reine Spekulation.

Italiens Wirtschafts- und Finanzminister Pier Carlo Padoan sagte, die Kapitallücke solle durch private Mittel geschlossen werden. Der Chef der italienischen Notenbank, Ignazio Visco, ergänzte, Monte Paschi und die ebenfalls krisengeplagte Bank Carige würden demnächst Pläne vorstellen, wie die Kapitalpolster aufgestockt werden sollen.

Aus Sicht von Monte Paschi könnte hilfreich sein, bereits erhaltene Staatshilfen später als bislang geplant zurückzuzahlen. Das könnte Italien aber neuen Ärger mit der EU-Kommission einhandeln. Nach EU-Regeln müssen zuerst die Anleihegläubiger in die Pflicht genommen werden, bevor der Staat einspringt.

Weiterführende Links zur Krise von Monte dei Paschi:

Banken-Krise in Italien: Monte Paschi-Aktien vom Handel ausgesetzt

Der Fall Monte dei Paschi: Die Sparer Europas müssen Italiens Banken retten

Monte Paschi: Mario Draghi wird von seiner Goldman-Vergangenheit eingeholt

Monte Paschi: Crash-Gefahr für das gesamte italienische Banken-System

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