Finanzen

Monte Paschi: Crash-Gefahr für das gesamte italienische Banken-System

Lesezeit: 1 min
15.01.2014 10:42
Die Traditionsbank Monte Paschi braucht dringend Geld für ihre Sanierung. Eine Pleite würde das gesamte italienische Banken-System in Gefahr bringen. Die älteste Bank der Welt geriet verstärkt unter Druck, weil ein Großaktionär eine Kapitalaufstockung um drei Milliarden Euro ablehnte.
Monte Paschi: Crash-Gefahr für das gesamte italienische Banken-System

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Führung der italienischen Krisenbank Monte dei Paschi di Siena hat vor den Folgen eines Scheiterns der geplanten Kapitalerhöhung für die gesamte Branche des Landes gewarnt. „Wenn wir die Kapitalerhöhung nicht durchbringen, ist nicht nur Monte Paschi in Gefahr, sondern das ganze Bankensystem Italiens“, sagte Verwaltungsratschef Alessandro Profumo der Tageszeitung La Repubblica vom Mittwoch. Die älteste Bank der Welt ist verstärkt unter Druck geraten, weil ein Großaktionär kürzlich eine Aufstockung des Kapitals um drei Milliarden Euro abgelehnt und auf mindestens Mitte Mai verschoben hatte.

Das Geldhaus will die Kapitalerhöhung so rasch wie möglich über die Bühne bringen. Die angeschlagene Bank braucht das Geld zur Sanierung. Monte Paschis-Großaktionär, eine ebenfalls in Schwierigkeiten steckende Stiftung gleichen Namens, will dagegen ihren Anteil von 33,5 Prozent schnell verkaufen und hatte sich deshalb gegen die Kapitalerhöhung gestemmt. Profumo betonte in dem Zeitungs-Interview zugleich, er habe sich ebenso wie Vorstandschef Fabrizio Viola entschieden, bei dem Bankhaus zu bleiben, um die Kapitalerhöhung doch noch durchzusetzen.

Die 1472 gegründete Traditionsbank ist wegen riskanter Derivate-Geschäfte und im Zuge der Schuldenkrise in der Heimat in Schieflage geraten. Sie hat in den vergangenen zwei Jahren fast acht Milliarden Euro Verlust geschrieben. Die Regierung stützt das Institut mit 4,1 Milliarden Euro. Für eine Genehmigung dieser Staatshilfe verlangt die EU-Kommission eine Kapitalerhöhung, anderenfalls droht eine Verstaatlichung.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

 


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Trumps Energie-Politik wird revidiert: Biden bittet die Saudis um „bezahlbares Öl“

In den USA findet eine Umkehr von bislang herrschenden Dogmen in der Energiepolitik statt.

DWN
Politik
Politik Aerosol-Forscher schreiben Brandbrief an Merkel: Ausgangssperren sind absurd und gefährlich

Die von der Bundesregierung per Sondergesetz geplanten Ausgangsbeschränkungen sind kontraproduktiv, sagen Aerosol-Forscher.

DWN
Politik
Politik Türkische Militärstrategen loben deutsches „Kriegertum“ und Bundeswehr

In einer Sendung über die Nato und den Ukraine-Konflikt sagten türkische Militärstrategen, dass Deutschland, Russland, die Türkei und...

DWN
Politik
Politik Brückenkopf nach Europa: USA und Russland wollen China in der Ukraine schlagen

Wenn es in der Ukraine zu einer Eskalation kommen sollte, würde dies einen weiteren Schlag gegen die Neue Seidenstraße Chinas nach sich...

DWN
Finanzen
Finanzen Raus ins Grüne: Wie Sie ein Ferienhaus kaufen

Nicht erst zu Zeiten von Corona zieht es viele Menschen ins Grüne – darunter auch den Autor dieses Textes. Im Sommer 2020 hat er sich...

DWN
Politik
Politik Volksgesundheit geht vor: Dänemark verzichtet komplett auf AstraZeneca-Impfstoff

Deutschlands nördlichster Nachbar Dänemark verabschiedet sich als erstes EU-Land komplett vom Einsatz des Corona-Impfstoffes...

DWN
Politik
Politik USA kündigen bedingungslosen Abzug aus Afghanistan an

Die USA kündigen an, ihre Truppen bis September aus Afghanistan abzuziehen. Deutschland und die anderen Alliierten müssen mitziehen. Die...

DWN
Deutschland
Deutschland Kapazitätsgrenze erreicht: Essener Klinik-Chef warnt vor "Triage vor den Mauern der Krankenhäuser"

Der Chef der Essener Uniklink spricht von einer "Selektion von Zuweisungen."